Klimakleber gehen vor Vatikangericht in Berufung

An antiken Figuren festgeklebt

Zwei im Vatikan zu Haftstrafen verurteilte Klimakleber haben Berufung eingelegt. Wie die Tageszeitung "il Giornale" berichtet, ist die Berufungsverhandlung vor dem vatikanischen Strafgericht für diesen Donnerstag angesetzt.

Vatikanische Museen / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Vatikanische Museen / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Die beiden italienischen Umweltaktivisten, eine junge Frau und ein älterer Mann, hatten sich im August 2022 am Sockel der weltberühmten Laokoon-Gruppe angeklebt. Die antike Figurengruppe ist eine der Hauptattraktionen der Vatikanischen Museen.

Das Vatikangericht verurteilte sie am 12. Juni 2023 in erster Instanz zu einer Haftstrafe auf Bewährung wegen Sachbeschädigung. In Sozialen Netzwerken riefen Unterstützer der beiden nun das Gericht zum Freispruch für die Aktivisten auf. Zur Begründung verwiesen sie darauf, dass sie sich bei ihrem Protest an den Aufrufen von Papst Franziskus zum Klimaschutz orientiert hätten. 

Vatikanisches Strafrecht

Das vatikanische Strafrecht entspricht in großen Teilen dem alten italienischen Strafrecht von 1889, dem sogenannten Codice Zanardelli. Dieses Gesetzeswerk hatte der Vatikanstaat bei seiner Gründung 1929 übernommen.

Damit ist es nach Aussage von Experten ein vorrangig "inquisitorisches System", in dem der Richter eine prominentere Rolle spielt und sich stark in die Beweisführung einmischen kann. Zudem wird bei Strafprozessen im Vatikanstaat mehr schriftlich und weniger mündlich verhandelt als in anderen Ländern.

Justiz Kirche Kirchenasyl Kirchenrecht Gericht Rechtsprechung / © manfredxy  (shutterstock)
Justiz Kirche Kirchenasyl Kirchenrecht Gericht Rechtsprechung / © manfredxy ( shutterstock )
Quelle:
KNA