Kleine Auswahl der Migrationsthemen bei Jamaika-Sondierung

 (DR)

SICHERE HERKUNFTSLÄNDER: Die Union will nach sechs Balkanstaaten auch die nordafrikanischen Länder Algerien, Marokko und Tunesien zu "sicheren Herkunftsstaaten" erklären, um Asylbewerber von dort leichter abschieben zu können. Die FDP will das auch. Die Grünen sind strikt dagegen.

FLÜCHTLINGSDEALS: Nach dem Vorbild des Flüchtlingsabkommens der EU und der Türkei will die Union ähnliche Vereinbarungen mit afrikanischen Staaten schließen und so Schutzsuchende von Europa fernhalten. Die Grünen wollen den EU-Türkei-Deal dagegen beenden. Die falsche Politik der Vereinbarung mit der Türkei dürfe auch keine Blaupause für neue Abkommen mit Staaten in Afrika und Nahost sein. Die FDP steht solchen Vereinbarungen auch eher skeptisch gegenüber.

EINWANDERUNGSGESETZ: Um den Zuzug von qualifizierten Arbeitskräften zu steuern, wollen Grüne und FDP ein Einwanderungsgesetz mit einem Punktesystem. Sie wollen außerdem Spurwechsel erlauben - vom Asyl- ins Einwanderungsrecht. Auch die Union hat sich für ein "Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz" ausgesprochen. Auf den ersten Blick sind sich die potenziellen Partner hier also nah, interessant dürfte es aber bei den Details werden. (dpa/Stand 26.10.2017)