Kirchenvertreter protestieren gegen Bergbau in Lateinamerika

Appell an "weltweite Geschwisterlichkeit"

Eine Gruppe lateinamerikanischer Kirchenvertreter protestiert in Europa gegen umweltschädlichen Bergbau in ihrer Heimat. Auf einer geplanten Reise durch Europa wollen die Aktivisten auf die Problematik aufmerksam machen.

Bergbau in Lateinamerika: Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen / © Parilov (shutterstock)
Bergbau in Lateinamerika: Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen / © Parilov ( shutterstock )

"Wir wollen an die weltweite Geschwisterlichkeit appellieren, von der Papst Franziskus immer wieder spricht, und auf eine ökologischen Umkehr hinwirken", sagte Journalist und Koordinator Guilherme Cavalli dem Portal Vatican News.

"Vor allem aber müssen die Länder des Nordens, die Volkswirtschaften und die globalen Finanzinstitutionen, die in diese Bergbau-Unternehmen investieren, sich ihrer Verantwortung klar werden", so Cavalli weiter.

Treffen im Vatikan geplant

Die Aktivisten-Gruppe aus Brasilien, Kolumbien, Honduras und Ecuador - darunter Laien, aber auch ein Bischof - will bis Anfang April durch Europa reisen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Geplant sind Stopps in Deutschland, Italien, Belgien, Österreich und Spanien.

Auch im Vatikan soll es Treffen geben: mit der Entwicklungsbehörde und der Lateinamerika-Kommission. Zu den Unterstützern der Aktion zählen unter anderem die Brasilianische Bischofskonferenz und das deutsche Hilfswerk Misereor.

Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen

Bergbau gehe in Lateinamerika immer schon mit massiven Verletzungen von Menschenrechten und von Rechten der Mutter Erde einher, so Koordinator Cavalli. Trinkwasser werde verseucht, die Luft verpestet und die Gesundheit der Menschen geschädigt. Betroffene, die sich dagegen wehrten, würden oft kriminalisiert oder gar getötet, klagte Cavalli.

Als konkretes Beispiel führt seine Gruppe den Dammbruch des Abraumbeckens einer Eisenerzmine in Brasilien an. 2019 starben in Brumadinho mindestens 272 Menschen, Trinkwasser für Tausende wurde verseucht.

Bergbau in Lateinamerika

Der Bergbau spielt für die Wirtschaft vieler lateinamerikanischer Länder eine große Rolle. Chile und Peru sind weltweit führend bei der Produktion von Kupfer, Brasilien bei der Produktion von Zinn und Eisenerz. In den vergangenen Jahren haben sich die Aktivitäten ausgeweitet. Auch Argentinien setzt beispielsweise seit einigen Jahren verstärkt auf den Bergbau. Ecuador will sich ebenfalls auf dem Weltmarkt positionieren.

Demonstration gegen den Bergbaukonzern Vale in Rio de Janeiro / © Fabio Teixeira (dpa)

Quelle:
KNA