Görlitzer Kathedrale nach Restaurierung festlich wiedereröffnet

"Kirche sein mit ganzem Herzen"

Nach einer umfassenden Restaurierung ist die Görlitzer Kathedrale Sankt Jakobus feierlich wiedereröffnet worden. "Wir wollen nicht nur Kirchengebäude sanieren, die dann als Museum dienen", betonte der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt.

Görlitzer Jakobuskathedrale / © Markus Nowak (KNA)
Görlitzer Jakobuskathedrale / © Markus Nowak ( KNA )

In einem Festgottesdienst mit weiteren deutschen und polnischen Bischöfen sagte Bischof Ipolt weiter: "Wir wollen vielmehr Kirche sein mit ganzem Herzen, mit allen unseren Kräften, und das nicht nur für uns, sondern für diese Stadt und für die Gesellschaft."

Grußwort von Erzbischof Heiner Koch

Auch wenn Christen im Osten Deutschlands eine Minderheit in der Gesellschaft seien, "so dürfen sie doch nicht fehlen", sagte Ipolt in seiner Predigt. "Vor allem, wenn es um die Würde des Menschen geht, um Solidarität und Gerechtigkeit, haben sie Wichtiges zu sagen."

Berlins Erzbischof Heiner Koch hob in einem Grußwort die engen Verbindungen des Erzbistums Berlin mit dem Bistum Görlitz hervor. So verwies er auf die heilige Hedwig von Schlesien (1174-1243), die Patronin des Bistums Görlitz und der Berliner Kathedrale. Das Bistum Görlitz gehört mit dem Bistum Dresden-Meißen und dem Erzbistum Berlin zur katholischen Berliner Kirchenprovinz.

Umfassende Restaurierung

Der Innenraum der Görlitzer Kathedrale wurde in den vergangenen beiden Jahren für rund 3,7 Millionen Euro restauriert und teilweise neu gestaltet. Zwischen 2012 und 2016 wurde die Kathedrale bereits außen für rund 4,5 Millionen Euro saniert. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war die neugotische Ausmalung der Görlitzer Bischofskirche durch Beschuss stark zerstört worden.

Im Zuge der Innensanierung ist sie nun zu großen Teilen wiederhergestellt. Einige Flächen gestaltete der Berliner Künstler Helge Warme neu. So schmückt jetzt die Gewölbe in der Vierung über dem Altar ein QR-Code, der auch an zwei weiteren Stellen im Boden abgebildet ist. Wer den Code mit einem Smartphone scannt, dem wird der Satz "Komm und folge mir nach" aus dem Markus-Evangelium auf deutsch und englisch angezeigt.

Kleine Quadrate in Form von Bildschirm-Pixeln durchziehen auch die sonst original wieder hergestellten Gewölbe über dem Kirchenschiff. Zudem wurde der originale Hochaltar aus französischem Kalkstein gesäubert und saniert. Dort angebracht sind erneut Engelfiguren, die in den 1950er Jahren entfernt wurden und seither eingelagert waren.

Bischof Wolfgang Ipolt / © Sven Döring (KNA)
Bischof Wolfgang Ipolt / © Sven Döring ( KNA )
Restaurierung in der Kathedrale Sankt Jakobus / © Sven Döring (KNA)
Restaurierung in der Kathedrale Sankt Jakobus / © Sven Döring ( KNA )
Quelle:
KNA
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