"Trauteam" hilft bei allen Fragen rund um die Hochzeit

Kirche, Priester, Festgemeinschaft

Wenn sich ein Paar "traut", geht es an die Planung der Hochzeit. Die ist mit vielen Fragen verbunden, von der Örtlichkeit am "schönsten tag des Lebens" bis zur Trauung selbst. Für die kirchliche Hochzeit steht in Essen das "Trauteam" bereit.

Goldene Hochzeitsringe auf einem Tablet in einer Kirche / © Arsstudiopro (shutterstock)
Goldene Hochzeitsringe auf einem Tablet in einer Kirche / © Arsstudiopro ( shutterstock )

DOMRADIO.DE: Mit welchen Fragen kommen die heiratswilligen Paare zu Ihnen?

Anne-Kathrin Hegemann (Gemeindereferentin in der Bottroper Propsteipfarrei St. Cyriakus und Teil des "Trauteams" in Essen): Die Fragen sind bunt gemischt. Von einem ersten Aufschlag – "Wir haben uns verlobt und wollen kirchlich heiraten, was müssen wir überhaupt tun?" – bis hin zu ganz konkreten Fragen: "Wir suchen eine Kirche, wir suchen einen Priester, wir haben bestimmte Vorstellungen für unsere Trauung und suchen jemanden, der sich mit uns genau auf diesen Weg macht."

DOMRADIO.DE: Da geht es also um Rahmenbedingungen einer Hochzeit. Ist das in der Kirche nicht eher einheitlich geregelt?

Hegemann: Es ist grundsätzlich erst mal durchs Kirchenrecht einheitlich geregelt, aber für viele Gläubige einfach nicht mehr durchsichtig. Sie kennen es nun mal so von Veranstaltungen rund um das Thema Heiraten, dass man sich erst mal ganz unverbindlich Informationen einholt, um den Rahmen abzustecken.

DOMRADIO.DE: Gibt es auch spezielle Fragen?

Hegemann: Es gibt auch Fragen, die wir auch als Team teilweise nicht sofort beantworten können und uns dann gemeinsam mit den Paaren an unsere Kirchenrechtsabteilung wenden. Aber auch da sind wir Ansprechpartner und Vermittler, die die richtigen Telefonnummern und Adressen parat haben, um solche Spezialfragen zu klären

DOMRADIO.DE: Wie hat sich denn die Corona-Pandemie ausgewirkt? Gibt es so eine Art "Heiratsstau", also ganz viele, die jetzt vor den Traualtar wollen?

Hegemann: Es gibt eine ganze Zahl an Trauungen, die schon mehrfach verschoben sind, die teilweise noch ins nächste Jahr oder in diesen Herbst verschoben sind. Als neues Phänomen tauchen gerade bei uns auch viele "Traufen" auf. Also viele Paare, bei denen das Leben einfach weitergelaufen ist, die jetzt mittlerweile Kinder haben und sagen, dass sie die kirchliche Heirat eigentlich gerne vor anderthalb Jahren machen wollten. Das ist auf der Strecke geblieben und jetzt haben sie noch jemanden, den sie gerne gleich mit in die Kirche aufnehmen lassen würden.

DOMRADIO.DE: Waren Sie auch schon selber mal bei einer Trauung oder bei so einer "Traufe", der Taufe und der Hochzeitsfeier, dabei?

Hegemann: Ich war bisher eher bei Paaren dabei und aktiv, die ökumenisch geheiratet haben, bei denen ein evangelischer Priester die Trauung durchgeführt hat und ich als katholischer Part mit anwesend war. Mein Kollege im "Trauteam" ist Diakon und der hat natürlich schon zahlreiche Trauungen übernommen.

DOMRADIO.DE: Wie gut oder schlecht kennen sich denn die Brautpaare in Kirchenfragen aus? Welchen Eindruck haben Sie?

Hegemann: Das ist ganz unterschiedlich. Wir haben durchaus Paare, die sehr fit sind und die wissen genau, was sie suchen. Wir haben aber auch Paare, die einfach sagen: "Ich weiß gar nicht mehr, zu welcher Kirche ich eigentlich gehöre. Durch den Strukturwandel ist mir völlig abhandengekommen, welche die zuständige Kirche in meinem Ort ist". Auch da wollen wir Ansprechpartner sein.

DOMRADIO.DE: Es gibt wahrscheinlich viele, die da, wo sie mit der Kirche beheimatet sind, auch heiraten wollen. Vielleicht ist es durch Zusammenlegungen nicht möglich. Versuchen Sie da dann Wege zu finden, diese Wünsche zu erfüllen? Oder geht das oft auch nicht?

Hegemann: Wir schauen einfach, was möglich ist. Manchmal sind die Kirchen noch nutzbar und wir können einfach aushelfen, indem wir sagen: Wir schicken jemanden als Priester oder Diakon von außerhalb mit, der dort Trauungen übernimmt. Denn oft können die Pfarreien das einfach aufgrund von Personalmangel nicht stemmen. Da, wo es nicht mehr möglich ist, weil die Kirchen möglicherweise profaniert oder in anderen Nutzungen sind, bemühen wir uns dann auch mit dem Brautpaar zu schauen, was eine gute Alternative darstellt.

Viele Brautpaare kennen die Kirchen rundherum nicht so gut. Da gucken wir dann einfach: Was gefällt euch von der Optik her? Was passt vom Rahmen her, von der Größe für die Festgemeinde?

DOMRADIO.DE: Was raten Sie den Paaren, die ihre Hochzeit planen? Was sind die wichtigsten Rahmenbedingungen, über die sie sich am besten zuerst Gedanken machen sollten?

Hegemann: Da bin ich jetzt ganz profan: Erst mal weg von Kirche. Denn ich stelle fest, dass die Locations für die Feier danach einfach einen unglaublich langen Vorlauf haben und teilweise anderthalb Jahre im Voraus ausgebucht sind. Wenn die Paare dann flexibel sind, was die Wahl der Kirche oder des Priesters angeht, dann kriegen wir da auf jeden Fall immer eine gute Lösung zustande. Oft ist dann halt die Location das eigentlich Schwierige.

DOMRADIO.DE: Es ist schwierig, so langfristig zu planen im Moment, oder?

Hegemann: Das macht es schwierig, langfristig zu planen. Das ist aber, glaube ich, auch ein großer Vorteil, den wir als Kirchen haben, dass wir meistens über einige Räume an den Orten verfügen und dann auch spontan, wenn Brautpaare sich darauf einlassen, gucken können, ob nicht die Nachbarkirche vielleicht deutlich größer ist, dass da die gesamte Gemeinde reinpasst.

Das Interview führte Dagmar Peters.

Quelle:
DR
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