Nach dem Gewaltausbruch in Mexiko im Zuge der Tötung des Drogenbosses "El Mencho" durch Sicherheitskräfte ruft die katholische Kirche im Land zu einer nachhaltigen Strategie gegen Drogenbanden auf.
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Ramón Castro Castro aus Cuernavaca, warnte laut der Zeitung "La Jornada" am Montag (Ortszeit), diese Vorfälle seien keine Einzelfälle, sondern Anzeichen für "eine Dynamik, die die Stabilität der Gesellschaft schwächt, Gewalt normalisiert und weite Teile der Bevölkerung in Unsicherheit hält".
Derzeit herrsche in vier Städten Mexikos enorme Gewalt, so Castro. Eine Antwort der Politik müsse daher über vorübergehende Maßnahmen hinausgehen und auf eine umfassende Strategie von Rechtmäßigkeit, Koordination der Institutionen und einem Wiederaufbau des sozialen Gefüges setzen.
"Keine Gerüchte verbreiten"
Angesichts der prekären Sicherheitslage rufen die Bischöfe die Bevölkerung auf, die offiziellen Informationen der zuständigen Behörden aufmerksam zu verfolgen. Nach Straßenblockaden, der Verbrennung von Fahrzeugen und Gewalttaten in verschiedenen Teilen des Landes gelte es, keine Gerüchte oder unbestätigte Informationen zu verbreiten, die weitere Verwirrung oder soziale Unruhen hervorrufen könnten.
Im Zuge der Militäroperation gegen Nemesio Oseguera Cervantes alias "El Mencho" am Sonntag kamen nach offiziellen Angaben rund 75 Menschen ums Leben, darunter auch rund zwei Dutzend Angehörige der Nationalgarde. Mexikanische Medien sprachen von rund 250 Straßenblockaden im ganzen Land.