Kirche kritisiert Zeitung für bewaffnete Christus-Illustration

"Ein Affront gegenüber allen Christen"

Der Erzbischof von Rio de Janeiro, Kardinal Orani Joao Tempesta, hat die englische Zeitung "The Guardian" wegen der Darstellung einer bewaffneten Christus-Statue scharf kritisiert, berichten brasilianische Medien am Wochenende.

Christusstatue in Rio de Janeiro / © Harald Oppitz (KNA)
Christusstatue in Rio de Janeiro / © Harald Oppitz ( KNA )

Auf dem kritisierten Bild hält die weltberühmte Statue mit den ausgebreiteten Armen, die das Symbol von Rio ist, in einer Hand eine Pistole, in der anderen einen Geldsack. Die Illustration war am Donnerstag veröffentlicht worden. Sie beleidige alle Brasilianer und sei ein Affront gegenüber allen Christen, so der Erzbischof.

Die Illustration begleitete eine mehrseitige Reportage des Blattes zu der seit drei Jahren laufenden Anti-Korruptions-Operation "Lava Jato" (Waschstraße). Darin werden die kriminellen Machenschaften von Politikern und Unternehmern beschrieben. "Christus hat uns genau das Gegenteil gelehrt", so Kardinal Tempesta in seiner Stellungnahme, "weshalb wir darum bitten, dass das Bild von Christus respektiert wird."

Christus als Bandit

Die auf dem Corcovado-Berg hoch über der Stadt errichtete Statue repräsentiere die Brasilianer und den christlichen Glauben, ergänzte Padre Omar Raposo, Verwaltungsdirektor der Statue in der Erzdiözese, in der Zeitung "O Globo". Deshalb sei die Darstellung von Christus als Bandit eine Aggression gegenüber allen Brasilianern und Christen:

"Das brasilianische Volk kann nicht als gewalttätig oder als durch und durch korrupt charakterisiert werden. Im Gegenteil, wir sind ein hart arbeitendes Volk und verdienen es, respektiert zu werden."

Quelle:
KNA