Kirche in der Ukraine dankbar für Sonderkollekte

Hilfe für Millionen

Die katholische Kirche in der Ukraine bereitet sich auf die Verteilung der von Papst Franziskus ausgerufenen Sonderkollekte für das Bürgerkriegsland vor. Mindestens 1,5 Millionen Menschen sollten von der Spende am kommenden Sonntag profitieren.

Kollekte / © Jörg Loeffke (KNA)
Kollekte / © Jörg Loeffke ( KNA )

Das sagte der griechisch-katholische Bischof Borys Gudziak am Donnerstag der Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) in Rom. Dabei solle die Religionszugehörigkeit der Bedürftigen keine Rolle spielen, so der Bischof, der für die griechisch-ukrainischen Katholiken in Frankreich, der Schweiz, Belgien und Luxemburg zuständig ist.

In den Kampfgebieten in der Ostukraine fehlt es nach seinen Worten vor allem Medikamenten, Lebensmitteln und Kleidung. Hinzu komme die Not der Binnenflüchtlinge im Land. "Es handelt sich um die größte humanitäre Krise in der Ukraine seit dem Zweiten Weltkrieg." Die Sonderkollekte bezeichnete Gudziak als bedeutende materielle Hilfe, aber auch als moralische Unterstützung. "Für die Ukrainer ist es wichtig zu wissen, dass sie nicht alleine sind." Neben konkreter Unterstützung brauche das Land aber vor allem den Einsatz für den Frieden.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hatte zu Wochenbeginn einen Brief an die nationalen Bischofskonferenzen gesandt, in dem er über die Verwendung der Kollekte informiert. Franziskus hatte Anfang April zu der Spendensammlung aufgerufen. Eine Sonderkommission des Vatikan soll die humanitäre Notsituation vor Ort prüfen; über die konkrete Mittelvergabe entscheidet der für humanitäre Aufgaben zuständige Päpstliche Rat "Cor Unum". Laut Parolin will der Papst selbst die Aktion mit einer "beträchtlichen Geldsumme" unterstützen.

Nach Vatikan-Angaben sind seit Ausbruch des Konflikts in der Ostukraine im Frühjahr 2014 rund 9.000 Menschen getötet worden. mehr als eine halbe Million Menschen brauchen demnach dringend Nahrung. Die Kämpfe dauern trotz des formalen Waffenstillstands vom September weiter an.


Quelle:
KNA