Kinderrechtler fordern mehr Schutz vor Hexenverfolgung

"Schockierende Lücken und Versäumnisse"

Kinderschutzaktivisten fordern Afrikas Staaten zu mehr Schutz von Minderjährigen vor Ritualmorden und Hexenverfolgung auf. "Hexerei-Anschuldigungen und rituelle Angriffe gegen afrikanische Kinder werden versteckt und ignoriert."

Ein Mädchen, das an einem Projekt für verstoßene "Hexenkinder" teilnimmt, malt ein Bild / © Harald Oppitz (KNA)
Ein Mädchen, das an einem Projekt für verstoßene "Hexenkinder" teilnimmt, malt ein Bild / © Harald Oppitz ( KNA )

"Dabei stellen sie eine der grausamsten Arten von Gewalt an Kindern dar", erklärte das African Child Policy Forum (ACPF) am Dienstag in Addis Abeba.

Einem neuen Bericht der Organisation zufolge gab es zuletzt in sechs afrikanischen Ländern Ritualmorde. In elf weiteren wurden Kinder mit Behinderungen, in fünf mit Albinismus bei rituellen Bräuchen angegriffen. In sieben afrikanischen Ländern, darunter Südafrika und Nigeria, habe man Minderjährigen vorgeworfen, Hexenkräfte zu besitzen. Laut ACPF werden jährlich "Tausende" Kinder Opfer von Aberglauben.

"Schockierende Lücken und Versäumnisse"

Hexenjagden sind vor allem in Ländern Lateinamerikas, Südostasiens und Afrikas immer noch Realität. Ist die Anschuldigung einmal ausgesprochen, ändert sich das Leben der Beschuldigten grundlegend.

Ein Mädchen im Kongo hält Limetten in den Händen bei einem Trauma-Gespräch, im Rahmen des OLAME-Projekts für verstoßene "Hexenkinder" / © Harald Oppitz (KNA)
Ein Mädchen im Kongo hält Limetten in den Händen bei einem Trauma-Gespräch, im Rahmen des OLAME-Projekts für verstoßene "Hexenkinder" / © Harald Oppitz ( KNA )

Laut dem UN-Kinderhilfswerk Unicef werden auch Kinder in einigen afrikanischen Ländern Opfer des Hexenwahns. Die 8- bis 14-Jährigen seien meist obdachlos, lebten mit Albinismus oder mit einer Behinderung.

Afrikanische Aktivisten machen "schockierende Lücken und Versäumnisse" von Regierungen für das Problem verantwortlich. Trotz Kinderschutzgesetzen würden Ritualverbrechen oft ignoriert, so ACPF-Direktorin Joan Nyanyuki.

Quelle:
KNA