Polens Bischöfe: LGBT müssen respektiert werden

Keine unkritische Akzeptanz

Polens katholische Bischöfe haben die Pflicht zum Respekt gegenüber Homo-, Bi- und Transsexuellen betont. Dennoch sprechen sie sich dagegen aus, dass Jugendliche ab 16 Jahren das Recht erhalten, ihr Geschlecht selbst festzulegen.

Regenbogen-Banner / © Agnieszka Lobodzinska (shutterstock)
Regenbogen-Banner / © Agnieszka Lobodzinska ( shutterstock )

"Jeder Akt physischer oder verbaler Gewalt, jedes hooliganartige Verhalten und jede Aggression gegen LGBT+-Menschen ist inakzeptabel", schreiben sie in ihrem "Standpunkt der Polnischen Bischofskonferenz zur Frage LGBT+", den sie am Freitag bei der Vollversammlung in Tschenstochau (Czestochowa) beschlossen.

Zugleich bekräftigten die Bischöfe in dem 27 Seiten umfassenden Dokument allerdings ihre Ablehnung der "Gender-Ideologie" und der Einführung eines "dritten Geschlechts".

Kirche gegen Angleichung von Privilegien hetero- und homosexueller Paare​

"Die Pflicht zum Respekt für Personen, die mit der LGBT+-Bewegung verbunden sind, bedeutet nicht, ihre Ansichten unkritisch zu akzeptieren", erklärten sie. Auch andere Teile der Gesellschaft müssten geachtet werden, inbesondere deren religiöse Gefühle.

Die Kirche wende sich etwa dagegen, dass Rechte und und Privilegien heterosexueller und homosexueller Paare angeglichen werden und Jugendliche ab 16 Jahren das Recht erhalten, ihr Geschlecht selbst festzulegen

Offen für Dialog

Die Arbeit an dem Dokument dauerte nach Angaben der Bischofskonferenz knapp ein Jahr. Es besteht aus den vier Kapiteln: Sexualität von Mann und Frau aus christlicher Sicht, die LGBT+-Bewegungen in einer demokratischen Gesellschaft, LGBT+ in der katholischen Kirche sowie sexuelle Erziehung von Kindern und Jugendlichen.

Die Bischöfe berufen sich in ihrem Papier auf Papst Franziskus und das Kirchenrecht. Sie erklären, die Kirche sei offen für den Dialog mit jedem "Menschen guten Willens", der die Wahrheit suche. Zudem machen sie sich für Beratungsstellen etwa in kirchlicher Trägerschaft stark, die Menschen Hilfe anböten, "die ihre sexuelle Gesundheit und natürliche sexuelle Orientierung wiedererlangen wollen".

Quelle:
KNA