Künftiger Augsburger Bischof zeigt sich bescheiden

Kein Umzug ins Bischofshaus

Als designierter Augsburger Bischof zeigt sich Bertram Meier bescheiden. Er wolle gerne in seiner angestammten Wohnung bleiben und nicht ins Bischofshaus wechseln, sagte er. Gedanken machte er sich auch über den Bischofswahlspruch.

Bertram Meier, ernannter Bischof von Augsburg / © Christopher Beschnitt (KNA)
Bertram Meier, ernannter Bischof von Augsburg / © Christopher Beschnitt ( KNA )

Der Augsburger Domdekan Bertram Meier (59) will seine angestammte Wohnung auch als Bischof behalten. In seinem Heim direkt neben dem Bischofshaus fühle er sich "pudelwohl", sagte Meier in einem am Freitag veröffentlichten Interview für eine Extra-Ausgabe der "Katholischen SonntagsZeitung Bistum Augsburg". "Man muss nicht die Immobilie wechseln, wenn man eine andere Aufgabe hat. Ich plane, dass ich hier wohnen bleibe - das verschafft mir Geborgenheit. Ich habe auch einen schönen Garten und mein persönliches Umfeld." Gleichwohl werde er im Bischofshaus die Kapelle sowie Arbeits- und Empfangsräume nutzen.

Was mit dem frei stehenden Wohntrakt des Bischofshauses geschieht, will Meier nach eigenen Worten zusammen mit diözesanen Gremien entscheiden. Zuvor müsse das Gebäude aus technischen Gründen saniert werden. "Der Diözesanvermögensrat hat sich schon mit dem Thema beschäftigt und grünes Licht für unser Vorgehen gegeben."

Seine Bischofsweihe am 21. März im Augsburger Dom werde der Münchner Kardinal Reinhard Marx vornehmen, sagte Meier. Marx ist Metropolit der Kirchenprovinz, zu der Augsburg gehört. Erster Co-Konsekrator werde der frühere Augsburger Bischof Konrad Zdarsa sein. Der andere Mit-Konsekrator stehe noch nicht fest, es könne aber ein Bischof "aus der Einen Welt" werden. "Damit kommt natürlich auch gut zum Ausdruck, dass wir nicht eine schwäbisch-lokale Diözese sind, sondern eine wichtige und historisch bedeutsame Diözese der Weltkirche!" Zdarsa hatte Meier zum Bischöflichen Beauftragten für Weltkirche ernannt.

Mittler zwischen katholischer Kirche in Deutschland und Vatikan

Meier bietet sich zudem als Mittler zwischen der katholischen Kirche in Deutschland und dem Vatikan an. In einem am Freitag veröffentlichten Interview für eine Extra-Ausgabe der "Katholischen SonntagsZeitung Bistum Augsburg" verwies Meier auf seine langjährige römische Erfahrung. Diese könne "interessant sein, gerade in Zeiten, wo vielleicht die Alpen nicht nur ein paar so und so viel tausend Meter hohe Berge sind, sondern auch psychologisch in der Kirchengeographie gewisse Barrieren bringen".

Meier verbrachte mehrere Studienjahre in Rom. Er wurde dort 1985 zum Priester geweiht, promovierte 1989 an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Von 1996 bis 2002 leitete er die deutschsprachige Abteilung im vatikanischen Staatssekretariat. Der gebürtige Buchloer sagte, er könne "vielleicht auch einen kleinen Beitrag für das gegenseitige Verständnis leisten" und etwa in Rom dafür werben, "wie wir hier ticken: zum Beispiel, dass wir in Deutschland, vor allem hier in Bayern, nicht automatisch schon protestantisiert sind".

In Deutschland wolle er im Gegenzug die weltkirchliche Perspektive einbringen, etwa in der Reformdebatte des Synodalen Wegs: "Nicht alle Themen, die bei uns brennen und virulent sind, können auf nationaler geschweige denn auf diözesaner Ebene gelöst werden."

Bischofswahlspruch soll "knackig sein"

Sein Bischofswahlspruch steht nach den Worten Meiers noch nicht fest. Er solle aber "knackig sein und sprachlich elegant". In ihm solle eine Botschaft zum Ausdruck kommen, "nicht nur für mich persönlich, sondern für die ganze Diözese". Aus ihm solle auch das Bischofswappen erwachsen.

Inhaltlich kommt es dem künftigen Bischof auf zwei Dinge an: Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) sei der Bischof primär Verkünder des Wortes Gottes. "Er ist der erste Lehrer des Glaubens und der erste Prediger. Man kann also nicht, wie es manchmal in Deutschland geschieht, Sakrament und Wort gegeneinander ausspielen." Das Zweite sei, "dass wir als Kirche nicht einfach mit einer Firma oder einem Konzern oder einem Betrieb zu vergleichen sind. Wir sind das pilgernde Volk Gottes!"

Quelle:
KNA