Bischof Mussinghoff will mehr Erinnerungskultur an Judenpogrome

Kein Jude darf in Deutschland Angst haben

Der frühere Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff fordert eine stärkere Erinnerungskultur an die NS-Verbrechen an Juden. Es sei eine Pflicht, die Erinnerung an die Gewalt gegen Juden auch mehr als 80 Jahre nach den Novemberpogromen von 1938 wach zu halten.

Gedenken an Pogromnacht / © Martin Gerten (dpa)
Gedenken an Pogromnacht / © Martin Gerten ( dpa )

"Es wird bald keine Überlebenden der Shoah mehr geben. Wenn wir aber das Wissen und das Leiden an den NS-Verbrechen nicht weitergeben, versickert dieses Wissen und der Schmerz um das Unheil, das Juden getroffen hat", sagte er in Münster. Mussinghoff nimmt am Freitag an einer Gedenkstunde in der Münsteraner Synagoge teil.

Kein Jude darf in Deutschland Angst haben

Kein jüdischer Mitbürger dürfe Angst haben in Deutschland, forderte Mussinghoff. "Wir alle sind verpflichtet, für die Sicherheit von Juden einzutreten." Der emeritierte Bischof verurteilte eine latent immer schon vorhandene antisemitische Haltung. Heute komme eine "unglaubliche Aggressivität" hinzu. Wut- und Hassreden vor allem auch in der Politik seien unüberhörbar. "Nein, die Shoah ist nicht zu Ende", so Mussinghoff.

Altbischof Heinrich Mussinghoff / © Harald Oppitz (KNA)
Altbischof Heinrich Mussinghoff / © Harald Oppitz ( KNA )
Zerstörte Fenster der Kieler Synagoge nach der Reichspogromnacht (Foto von 1938) / © Stadtarchiv Kiel/Stadtarchiv_kiel (dpa)
Zerstörte Fenster der Kieler Synagoge nach der Reichspogromnacht (Foto von 1938) / © Stadtarchiv Kiel/Stadtarchiv_kiel ( dpa )
Quelle:
KNA