Bremer Friedenspreis ehrt Aktivisten

Katholischer Theologe als "Friedensbotschafter" gewürdigt

Menschenrechtler aus Deutschland und Griechenland erhalten in diesem Jahr den Internationalen Bremer Friedenspreis. Die Stiftung "Die Schwelle" verleiht den Preis an Aktivisten, die sich für Menschen in Kriegs- und Krisengebieten einsetzen.

Ein weiße Taube als Symbol für den Frieden / © Harald Oppitz (KNA)
Ein weiße Taube als Symbol für den Frieden / © Harald Oppitz ( KNA )

"Sie engagieren sich für geflüchtete Kinder und deren Familien, die aus Syrien in den Libanon fliehen mussten, kämpfen unermüdlich für Versöhnung und Frieden weltweit und schaffen einen Zufluchtsort für Geflüchtete in Griechenland", teilte die Stiftung am Dienstag in Bremen mit. Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Auszeichnung erst am 20. Mai nächsten Jahres verliehen.

Initiative "Zeltschule" geehrt

Als "Friedensarbeiterin an der Basis" wird Jacqueline Flory geehrt. Die Autorin und alleinerziehende Mutter aus München habe 2015 eine Initiative für Menschen in den syrischen Kriegsgebieten und dem benachbarten Libanon gestartet, hieß es. So habe sie vielen Menschen eine lebensgefährliche Flucht in das vermeintlich sichere Europa erspart. Aus der Initiative sei der Verein "Zeltschule e.V." für geflüchtete Kinder entstanden. Inzwischen betreue der Verein 30 Schulen und mehr als 7.000 Kinder zwischen 5 und 14 Jahren im Libanon und Syrien.

"Friedensbotschafter" Ronnefeldt

Der katholischer Theologe Clemens Ronnefeldt erhält den "Preis für den Friedensbotschafter im öffentlichen Leben". Der Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes setzt sich den Angaben zufolge seit 1979 aktiv für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ein. Er habe Zivildienstleistende für Kinder in Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Serbien vorbereitet und eine Friedensfachkraft für den Balkan ausgebildet. Ronnefeldt setze sich in Print und Fernsehen für Friedensfragen ein und sei als Blogger eine wichtige Informationsquelle für Friedensengagierte.

"Lesvos Solidarity"

Die Initiative "Lesvos Solidarity" wird mit dem "Preis der Spenderinnen und Spender für ermutigende Initiativen" ausgezeichnet. Laut der Stiftung begann die Initiatorin Efi Latsoudi 2012 mit einer kleinen Gruppe von Einheimischen und Freiwilligen, Lebensmittel und anderes Lebensnotwendige an Geflohene auf der griechischen Mittelmeerinsel Lesbos zu verteilen. Schwangere, chronisch und psychisch Kranke, Minderjährige und Menschen mit Behinderungen hätten in einem ehemaligen Sommercamp Zuflucht gefunden, das die Initiative herrichtete. Als 2015 sehr viele Geflüchtete auf Lesbos ankamen, seien die Strukturen soweit gefestigt gewesen, dass mehr als 400 Menschen aufgenommen werden konnten. Durch Hilfe zur Selbsthilfe würden seither Geflüchtete und Einheimische eingebunden. Seit 2016 biete die Nichtregierungsorganisation umfangreiche Unterstützung für die Menschen an, unter anderem helfe sie bei der Vermittlung von privatem Wohnraum.

Mit dem internationalen Bremer Friedenspreis werden seit 2003 alle zwei Jahre Persönlichkeiten und Initiativen geehrt, die sich beispielhaft für Gerechtigkeit, Frieden und die Umwelt einsetzen. Die Friedensstiftung "Die Schwelle" wurde 1979 durch den Bremer Unternehmer Dirk Heinrichs und seine Ehefrau Ruth-Christa gegründet.

Bremer Friedenspreis 2021 für Clemens Ronnefeldt (schwelle)
Bremer Friedenspreis 2021 für Clemens Ronnefeldt / ( schwelle )
Bremer Friedenspreis 2021 für Jacqueline Flory (schwelle)
Bremer Friedenspreis 2021 für Jacqueline Flory / ( schwelle )
Bremer Friedenspreis 2021 für Lesvos Solidarity (schwelle)
Bremer Friedenspreis 2021 für Lesvos Solidarity / ( schwelle )
Quelle:
epd , KNA