Katholische Friedensbewegung verlangt Sanktionen gegen Israel

Kritik an Siedlungsbau

Trotz internationaler Kritik treibt Israels rechtsnationale Regierung den Siedlungsbau in besetzten Gebieten voran. Pax Christi verlangt daher wirtschaftliche Strafmaßnahmen von der deutschen Bundesregierung.

Blick auf das Dorf Taibeh und das Umland am 14. Juli 2025 im besetzten Westjordanland (Palästinensische Gebiete). Im Vordergrund Spuren des letzten Siedlerangriffs / © Andrea Krogmann (KNA)
Blick auf das Dorf Taibeh und das Umland am 14. Juli 2025 im besetzten Westjordanland (Palästinensische Gebiete). Im Vordergrund Spuren des letzten Siedlerangriffs / © Andrea Krogmann ( KNA )

Angesichts des völkerrechtswidrigen Siedlungsbaus in den von Israel besetzten Gebieten verlangt die katholische Friedensbewegung Pax Christi von der deutschen Bundesregierung mehr Druck auf die rechtsnationale Regierung in Jerusalem. 

"Wirtschaftliche Sanktionen – vom Einfrieren von Vermögenswerten bis zum Verbot von Finanztransaktionen – sind nötig, um Israels Annexionspläne zu stoppen", erklärte Pax Christi am Mittwoch in Berlin.

Kritik an Bauvorhaben E1

Konkret verwies die Friedensorganisation auf das international verurteilte Bauvorhaben E1, das die Schließung eines strategischen Korridors zwischen Jerusalem und dem Jordangraben und die faktische Teilung des Westjordanlandes vorsieht. Das Projekt der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu würde "eine geografische Realität zementieren, die mit einer palästinensischen Staatlichkeit unvereinbar ist", so Pax Christi. "Bundesregierung und EU sollten deutlich machen, dass alle, die sich am völkerrechtswidrigen Siedlungsbau beteiligen, mit wirtschaftlichen Sanktionen rechnen müssen." 

Pax Christi äußerte sich im Nachgang zu einem Außenministertreffen der "Globalen Allianz für die Umsetzung der Zwei-Staaten-Lösung" am Montag in Brüssel. Die Besetzung des Westjordanlandes und des Gazastreifens und die faktische Annexion Ostjerusalems stehen zunehmend international in der Kritik. Auch UN-Vertreter vergleichen Israels Politik inzwischen mit einem Apartheid-Regime.

Pax Christi

pax christi ist eine ökumenische Friedensbewegung in der katholischen Kirche. Sie verbindet Gebet und Aktion und arbeitet in der Tradition der Friedenslehre des II. Vatikanischen Konzils. 

Der pax christi Deutsche Sektion e.V. ist Mitglied des weltweiten Friedensnetzes Pax Christi International.

Entstanden ist die pax christi-Bewegung am Ende des II. Weltkrieges, als französische Christinnen und Christen ihren deutschen Schwestern und Brüdern zur Versöhnung die Hand reichten. (pax christi)

Friedenstauben (dpa)
Friedenstauben / ( dpa )
Quelle:
KNA