Katholische Altenpflegerin stirbt durch Raketensplitter in Tel Aviv

Bunker nicht rechtzeitig erreicht

Mindestens neun Menschen sind am Sonntag durch einen Raketenangriff auf Bet Schemesch in Israel ums Leben gekommen. Doch das erste Todesopfer gab es bereits am Samstag in Tel Aviv. Eine Altenpflegerin starb durch Explosivsplitter.

Tel Aviv: Rettungskräfte und Militärangehörige begutachten den Ort eines Einschlags einer iranischen Rakete / © Oded Balilty/AP (dpa)
Tel Aviv: Rettungskräfte und Militärangehörige begutachten den Ort eines Einschlags einer iranischen Rakete / © Oded Balilty/AP ( dpa )

Eine katholische Altenpflegerin von den Philippinen ist das erste Opfer des iranischen Raketenangriffs auf Israel. Die 32-jährige Mary Ann Velasquez de Vera wurde von Explosivsplittern lebensgefährlich verletzt, als sie ihre Pflegeperson beim Raketenalarm in Tel Aviv zu einem Schutzbunker begleitete. 

Sie und ihre gehbehinderte Schutzbefohlene erreichten den Bunker nicht rechtzeitig und wurden getötet. Das wurde aus dem Patriarchatsvikariat für Migranten in Jerusalem bekannt. Velasquez, die seit 2019 in Israel arbeitete, war seither in der katholischen Gemeinde von Tel Aviv-Süd aktiv. Ihr Mann arbeitet ebenfalls in Israel.

Abt Nikodemus Schnabel OSB (Dormitio)
Abt Nikodemus Schnabel OSB / ( Dormitio )

Es sei ein beklagenswerter Kollateralschaden der Nahost-Konfrontationen, der erneut eine christliche Hilfskraft aus Südasien treffe, sagte Benediktiner-Abt Nikodemus Schnabel. Er leitete früher etliche Jahre das Migrantenvikariat des Lateinischen Patriarchats und kannte die Tote persönlich. 

Gastarbeiter häufig erste Opfer

Bereits beim Zwölftagekrieg im Juni 2025 habe ein katholischer Gastarbeiter zu den ersten Opfern der Raketenangriffe gehört. 

Gerade die Gastarbeiter aus Indien, den Philippinen und Sri Lanka, von denen viele Christen seien, gehörten zu den "modernen Sklaven", die in Israel wie auch in vielen Golfstaaten als Pflegekräfte oder auf Baustellen unersetzliche Arbeiten leisteten - und häufig zu den ersten Opfern von Konfrontationen gehörten, so Schnabel.

Quelle:
KNA