Katholikenkomitee hält Offenes Europa gefährdet

"Gefährdet durch kurzsichtigen Nationalismus und Populismus"

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat zur Teilnahme an der Europawahl am 26. Mai aufgerufen. "Setzen wir so ein Zeichen für die EU, für Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit ".

 (DR)

So solle auch ein Zeichen für "eine solidarische und gerechte Gesellschaftsordnung" gesetzt werden, so heißt es in dem in Mainz beschlossenen Wahlaufruf. Europa als offener Raum der Begegnung über Grenzen hinweg sei "gefährdet durch kurzsichtigen Nationalismus und Populismus". Sie schürten Ängste und bedrohten die Errungenschaften der europäischen Integration.

Im künftigen EU-Parlament brauche es "eine breite und starke Allianz der proeuropäischen, am Gemeinwohl orientierten politischen Kräfte", betonte das höchste Gremium des deutschen Laien-Katholizismus. Parteien werden in dem Text nicht genannt. ZdK-Präsident Thomas Sternberg hatte Ende April in einem Interview davor gewarnt, "eine rechtspopulistische Partei wie die AfD zu wählen".

In dem von der ZdK-Vollversammlung beschlossenen Wahlaufruf heißt es weiter, die Herausforderungen für die Europäische Union seien "größer denn je". In den vergangenen Jahren habe man in Europa einen "anhaltenden Mangel an Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten" erlebt. Es fehle an der Bereitschaft, "Lasten fair auf alle Schultern zu verteilen", insbesondere bei der Sorge um geflüchtete Menschen.

Im künftigen EU-Parlament brauche es "Fürsprecher der Solidarität unter den Mitgliedsstaaten sowie mit den Schwachen und Schutzlosen in den Ländern Europas". Die EU sei "ein Gewinn" für alle ihre Bürger und schütze deren Rechte und Freiheiten. "Wir fordern alle Christinnen und Christen auf, am 26. Mai wählen zu gehen", heißt es in dem Aufruf.

In vielen europäischen Staaten gebe es eine europafeindliche Stimmung und "tiefe Gräben" zwischen den Bürgern. Infolge der "destruktiven Kraft" des Brexits sei dort eine politische Lähmung eingetreten. "Die Folgen für den sozialen Frieden und Wohlstand sind noch gar nicht abzuschätzen." Das ZdK warnte vor "nationalen Alleingängen". EU-Abgeordnete müssten für ein starkes Europa streiten, "das in der Weltgemeinschaft mit einer Stimme spricht". (KNA, 10.5.2019)