Katholikenkomitee empfiehlt Trierer synodalen Weg für weitere Bistümer

Lohnendes Copy-and-paste

Nach Abschluss der Synode im Bistum Trier rät das Zentralkomitee der deutschen Katholiken auch anderen Diözesen, den synodalen Weg zu gehen. ZdK-Präsident Sternberg wirbt zudem für bundesweite Synoden.

Stimmenauszählen bei Synode / © Michael Merten (KNA)
Stimmenauszählen bei Synode / © Michael Merten ( KNA )

"Trier hat gezeigt, dass, auch im Rahmen des geltenden Kirchenrechts, Diözesansynoden Sinn machen", erklärte der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, Thomas Sternberg am Montag in Bonn. Die Trierer Diözesansynode sei mit einem "wegweisenden" Dokument zum Abschluss gekommen", so Sternberg. Es sei an der Zeit, die rechtlichen Rahmenbedingungen so zu verändern, dass auch bundesweite Synoden wieder mit Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden könnten.

Ackermann: Lasst es uns offener formulieren

Der Trierer Synoden-Moderator Wolfgang Drehmann wertete den vorgesehenen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen als Fortschritt. Das am Samstag verabschiedete Abschlussdokument sieht vor, dass im Bistum Trier eine verbindliche Handreichung mit Ritualen und Gebeten für wiederverheiratete Geschiedene entwickelt werden soll. Kennzeichnend für das Trierer Papier wie auch für das Lehrschreiben "Amoris laetitia" von Papst Franziskus sei "der einladende Charakter an die Menschen", sagte Drehmann am Montag in Trier vor Journalisten.

In einer ursprünglichen Fassung war zunächst von Segnungsfeiern für wiederverheiratete Geschiedene die Rede gewesen. Dagegen hatte der Trierer Bischof Stephan Ackermann einen Vorbehalt geäußert, weil der Vorschlag oberhalb der Entscheidungsbefugnisse einer Synode angesiedelt sei. "Meine Bitte war: Lasst es uns offener formulieren", so Ackermann am Montag. Dieser Bitte sei die Synode gefolgt. Mit den jüngsten päpstlichen Vorgaben zum Umgang mit Geschiedenen müsse sich nun zunächst die Bischofskonferenz näher befassen, das sei "Arbeit im Prozess".

Bischof stellt sich hinter Synodenergebnisse

Ackermann stellte sich am Montag erneut hinter die Ergebnisse der Synode: "Ich stehe dazu. Das ist jetzt unser gemeinsames Dokument." Wichtig sei die konkrete Umsetzung, die in den kommenden Jahren erfolge. Bei der letzten von sieben Vollversammlungen hatte das Gremium am Samstagabend mit einer großen Mehrheit von 212 der 231 Teilnehmer das Schlussdokument "Heraus gerufen. Schritte in die Zukunft wagen" verabschiedet. Zuletzt hatte es 1990 eine Synode in einem deutschen Bistum gegeben. Eine bundesweite Synode gab es von 1971 bis 1975 in Würzburg.

ZdK-Präsident Thomas Sternberg / © Volker Lannert (dpa)
ZdK-Präsident Thomas Sternberg / © Volker Lannert ( dpa )
Quelle:
KNA