Kardinal Zen und Menschenrechtler in Hongkong verurteilt

Geldstrafen verhängt

Kardinal Joseph Zen und fünf weitere Menschenrechtler sind am Freitag in Hongkong wegen Nichtregistrierung eines Hilfsfonds für Demokratie-Aktivisten verurteilt worden. Das Gericht in West-Kowloon sprach Geldstrafen aus.

Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (m.) / © Jörg Loeffke (KNA)
Kardinal Joseph Zen Ze-kiun (m.) / © Jörg Loeffke ( KNA )

Diese liegen zwischen 2.500 und 4.000 Hongkong-Dollar, wie das Portal "Hong Kong Free Press" berichtet und richten sich gegen den früheren Erzbischof von Hongkong und die fünf weiteren Angeklagten aus Wissenschaft, Gesellschaft und Kunst.

Prozess sorgte für weltweite Empörung

Die Verhaftung der sechs Angeklagten im Mai sowie der Prozess hatten weltweit Empörung ausgelöst. Der inzwischen aufgelöste "Fonds 612" bot Menschen, die bei den Demokratieprotesten 2019 festgenommen wurden, finanzielle, juristische und psychologische Hilfe.

Kardinal Joseph Zen Ze-kiun / © Gregory A. Shemitz/CNS photo (KNA)
Kardinal Joseph Zen Ze-kiun / © Gregory A. Shemitz/CNS photo ( KNA )

Die oberste Richterin führte an, laut der geltenden Verordnung hätten die Träger binnen eines Monats nach Gründung die Eintragung des Fonds oder mögliche Befreiung beantragen müssen. Die Stiftung falle in keine der in der Gesetzgebung aufgeführten ausgenommenen Kategorien, da er nicht ausschließlich wohltätigen, sondern politischen Zwecken gedient habe. Die Verteidigung hatte dies bestritten.

Kardinal Joseph Zen Ze-kiun

Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, von 2002 bis 2009 Bischof von Hongkong, zählt zu den prägenden katholischen Kirchenvertretern Asiens. Über seine Amtszeit hinaus gehört der Ordensmann der Salesianer Don Boscos zu den prominenten Kritikern der chinesischen Regierung und ihrer Religionspolitik.

Hongkongs Kardinal Joseph Zen Ze-kiun / © Jörg Loeffke (KNA)
Hongkongs Kardinal Joseph Zen Ze-kiun / © Jörg Loeffke ( KNA )
Quelle:
KNA