Kardinal ruft in Saudi-Arabien zu Religionsfreiheit auf

Gleichberechtigtes Miteinander

"Glaubende wie Nicht-Glaubende haben die gleiche Würde", so der Kurienkardinal Jean-Louis Tauran während seiner Reise nach Saudi-Arabien und ruft damit zu Religionsfreiheit auf.

Kardinal Jean-Louis Tauran / © Harald Oppitz (KNA)
Kardinal Jean-Louis Tauran / © Harald Oppitz ( KNA )

Bei einer Reise nach Saudi-Arabien hat Kurienkardinal Jean-Louis Tauran zu Religionsfreiheit und gleichberechtigtem Miteinander aufgerufen. "Wir sagen nicht, dass alle Religionen gleich sind; aber alle Glaubenden wie Nicht-Glaubenden haben die gleiche Würde", zitiert die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" (Dienstag) aus einer Rede Taurans bei einer Begegnung mit der Islamischen Weltliga in Riad. Gleichzeitig verurteilte Tauran, Leiter des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, jegliche Form von religiösem Fundamentalismus und Gewalt.

"Religion darf nie aufgezwungen werden"

Tauran hält sich bis Freitag zu einem einwöchigen Besuch in Saudi-Arabien auf. Dort traf er auch mit Vertretern der Regierung zusammen. "Religion kann jemandem angeboten werden, so dass er sie annehmen oder ablehnen kann; sie darf aber nie aufgezwungen werden", betonte Tauran. Fundamentalisten und Extremisten gebe es in jeder Religion. Diese betrachteten leider "all jene, die ihre Auffassung nicht teilen als Irrgläubige", die "sich entweder bekehren sollen oder eliminiert werden müssten".

Dies könne leicht zu religiös motivierter Gewalt und Terrorismus führen, so Tauran. Dabei schadeten diese Extremisten sich selbst und ihrer Religion. Das müssten religiöse Führer immer wieder klarstellen. "Uns bedroht nicht der Kampf der Kulturen, sondern der Kampf der Unwissenheit und Radikalismen", warnte der Kardinal. Um sowohl Islamophobie wie Christenphobie zu begegnen, sei es daher wichtig, sich zu begegnen, miteinander zu sprechen und gemeinsam etwas aufzubauen.

Treffen mit zahlrreichen Christen

Während seines Besuchs habe der Kardinal auch zahlreiche Christen getroffen, die in dem Land als ausländische Arbeitskräfte leben, und ihnen Mut zugesprochen, schreibt der "Osservatore" weiter. Begleitet wird Tauran vom Sekretär des Rates für interreligiösen Dialog, Bischof Miguel Angel Ayuso Gixot, sowie Khaled Akashe, dort zuständig für den Islam.

Quelle:
KNA