Kardinal Grech vertraut auf Synodalen Weg in Deutschland

Denn "sie wissen, was sie tun"

Der Organisator der katholischen Weltsynode, Kardinal Mario Grech, hat weiterhin Vertrauen in den Synodalen Weg der Kirche in Deutschland. "Vielleicht hätte die Kommunikation zu dem Reformprojekt besser sein können", ergänzte Grech.

Kardinal Mario Grech / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Kardinal Mario Grech / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Aber er vertraue den deutschen Bischöfen, "dass sie wissen, was sie tun", sagte er in einem am Montag veröffentlichten Interview.

Die Kritik anderer Bischöfe am Synodalen Weg der Deutschen in Form offener Briefe kritisierte Grech. "Brüderliche Korrektur und Dialog" seien etwas sehr Positives. Eine "öffentliche Denunziation" aber helfe nicht, sondern polarisiere nur zusätzlich.

Verfolgt Geschehen in Deutschland

Grech, Generalsekretär des Synodensekretariats im Vatikan, äußerte sich in einer Sonderpublikation des Freiburger Herder-Verlags zum synodalen Prozess der katholischen Weltkirche. Er versuche, dem Prozess in Deutschland zu folgen. Es sei aber "eine Sache, dem zu folgen, was veröffentlicht wird, und eine andere, dem zu folgen, was wirklich vor sich geht". Derzeit habe er nicht das Gefühl, sich an den Diskussionen in einzelnen Ländern beteiligen zu können.

Dritte Synodalversammlung der deutschen Katholiken / © Sebastian Gollnow (dpa)
Dritte Synodalversammlung der deutschen Katholiken / © Sebastian Gollnow ( dpa )

Allenfalls würde er, so Grech, "das allgemeine Prinzip der Synodalität in der katholischen Kirche betonen". Dabei seien immer drei Ebenen einzuhalten: das "gegenseitige Zuhören des Volkes Gottes", die Kollegialität der Bischöfe untereinander sowie das Papstamt als "Prinzip der Einheit und Gewissheit".

Das wichtigste Thema des weltweiten synodalen Prozesses, den Papst Franziskus 2021 ausgerufen hat, ist laut Grech eine synodalere Kirche. In Zeiten eines erschreckenden Individualismus dürfe es in der Kirche keinen Platz für Individualismus geben, so der aus Malta stammende Kardinal. "Wenn wir es schaffen, uns auf andere einzulassen, wenn wir es schaffen, einen gemeinschaftlicheren Geist zu entwickeln, wäre das ein großer Schritt nach vorne."

Zuversicht auch bei Skeptikern

Grech ist zuversichtlich, dass auch bisherige Skeptiker sich der Weltsynode noch anschließen. Synodalität sei "keine Agenda oder zusätzliche Arbeit. Sie liegt in unserer Natur als Kirche. Wir können nicht nicht synodal sein." Wichtigstes Ziel müsse es sein, "den Willen Gottes zu finden" und besser zu verstehen, so der Kardinal.

"Und 2020 ist nicht 1020 und auch nicht 2000. Wir müssen Gott treu sein. Und gleichzeitig müssen wir die richtigen Antworten für die Menschen heute finden."

Synodaler Weg

Der Begriff "Synodaler Weg" verweist auf das griechische Wort Synode. Es bedeutet wörtlich "Weggemeinschaft"; im kirchlichen Sprachgebrauch bezeichnet Synode eine Versammlung von Bischöfen oder von Geistlichen und Laien.

Der Reformdialog Synodaler Weg dauerte von Ende 2019 bis Frühjahr 2023. Dabei berieten die deutschen katholischen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) zusammen mit weiteren Delegierten über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland.

Das gelochte Metallkreuz und Teile des Schriftzugs Synodaler Weg  / © Julia Steinbrecht (KNA)
Das gelochte Metallkreuz und Teile des Schriftzugs Synodaler Weg / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA