Kardinal Grech beklagt Widerstand gegen Weltsynode

Einige wollen sie "offen bekämpfen"

Der im Vatikan für die Synoden zuständige Kardinal Mario Grech hat berichtet, dass es in der Kirche Widerstand gegen die weltweite Synode zur Reform der katholischen Kirche gebe. Es gebe Leute, "die diese Synode offen bekämpfen".

Kardinal Mario Grech und Papst Franziskus / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Kardinal Mario Grech und Papst Franziskus / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Das sagte Grech der Monatszeitschrift "Vita Pastorale" (Januar-Ausgabe). Grech betonte, es gebe ein breites Spektrum von Reaktionen in der Kirche. Es reiche "von denen, die diese synodale Herausforderung wirklich angenommen haben, bis hin zu solchen, die sie offen bekämpfen."

Kardinal Mario Grech / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Kardinal Mario Grech / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Weiter führte der Kardinal aus, dass anfangs vor allem Bischöfe dagegen gewesen seien, weil sie befürchteten, dass die Beteiligung des Volkes Gottes zu einer Art Demokratisierung der Kirche führen würde.

Enthusiasmus bei Laien

Inzwischen seien aber viele von ihnen aufgrund der Erfahrungen mit dem Konsultationsprozess der vergangenen Monate davon überzeugt, dass es sich um ein gutes Projekt handele. Die meisten Laien hätten mit großem Enthusiasmus reagiert, berichtete Grech weiter.

Die größten Schwierigkeiten gebe es jedoch im Klerus, und da vor allem unter den jüngeren Priestern. Viele von ihnen zeigten eine klare Ablehnung.

Die Zeitschrift "Vita Pastorale" wird mit Beteiligung der Italienischen Bischofskonferenz von der Verlagsgruppe San Paolo herausgegeben; ihre Abonnenten sind überwiegend Seelsorger.

Kardinal Pell äußerte posthum Kritik

Am Donnerstag war ein postum veröffentlichter Text des australischen Kardinals George Pell bekannt geworden. In der britischen Zeitschrift "The Spectator" bezeichnete er das Projekt der Weltsynode als einen "toxischen Albtraum".

Der verstorbene Kardinal George Pell / © Paul Haring/CNS photo (KNA)
Der verstorbene Kardinal George Pell / © Paul Haring/CNS photo ( KNA )

Ein vom Vatikan erstelltes begleitendes Arbeitsdokument sei "einer der inkohärentesten Texte, der je aus Rom verschickt wurde". Das Schreiben sei nicht nur "in neomarxistischem Jargon verpackt", sondern "feindselig gegenüber der apostolischen Tradition".

Grundlegende christliche Lehren würden ignoriert, so der Vorwurf des 81-jährig verstorbenen Kurienkardinals.

Weltsynode 2021-2024

Mit der Weltsynode hat Papst Franziskus in der katholischen Kirche etwas Neues geschaffen. Erstmals werden bei einer Synode Nicht-Bischöfe und Nicht-Priester im großen Umfang ein Stimmrecht haben, darunter auch Frauen.

Inhaltlich soll es vor allem um neue Wege der Mitwirkung der kirchlichen Basis bei wichtigen Entscheidungen in der katholischen Kirche gehen. Obwohl erstmals auch nicht geweihte Männer und Frauen ein Stimmrecht haben, handelt es sich kirchenrechtlich um eine Bischofssynode.

Eröffnung der Weltsynode im Oktober 2021 / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Eröffnung der Weltsynode im Oktober 2021 / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA