Kapuziner: Weitere Kloster-Schließungen denkbar

Der fehlende Nachwuchs

Fehlende Novizen, das Fehlen von Brüdern: die Kapuziner stehen vor einer schwierigen Zeit. Daher denken sie über Kooperationen nach und auch weitere Klosterschließungen sind nicht ausgeschlossen.

Letzten Kapuziner verlassen 2014 das Kloster in Würzburg. Weitere Kloster-Schließungen sind nun wohl denkbar.  / © Karl-Josef Hildenbrand (dpa)
Letzten Kapuziner verlassen 2014 das Kloster in Würzburg. Weitere Kloster-Schließungen sind nun wohl denkbar. / © Karl-Josef Hildenbrand ( dpa )

Die deutschen Kapuziner denken nach den Worten ihres Provinzials Marinus Parzinger verstärkt über Kooperationen nach. Das sei dort der Fall, wo ein Gebäude zu groß sei, um eine sinnvolle weitere Nutzung zu finden, sagte der Provinzialminister der "Münchner Kirchenzeitung". Manchmal könne das Fehlen von Brüdern auch durch Mitarbeiter, Angestellte, Ehrenamtliche und Klosterfreunde kompensiert werden. "Wir werden aber auch weitere Schließungen vor uns haben, die jedoch gut überlegt sein werden." Langfristig sollten Altötting, München, Frankfurt und Münster erhalten bleiben. Das heiße aber nicht, dass andere Standorte gleich aufgeben würden.

124 Brüder, Novizen fehlen

Die deutsche Provinz zählt derzeit 124 Brüder. Laut Parzinger gibt es "leider aktuell keinen Novizen". Aber im gemeinsamen Noviziat von Deutschland, Österreich und der Schweiz in Salzburg fingen im Herbst zwei Kandidaten an. Sie gehörten zwar nicht zur deutschen Provinz, "aber da denken wir ruhig ein bisserl größer, zumal der Noviziatsleiter aus unserer Provinz kommt", erläuterte der 53-Jährige. In der deutschen Provinz gebe es zudem einige jüngere Brüder vor der Ewigen Profess, die auf einem guten Weg seien.

Bei den Brüdern sei eine Suchbewegung spürbar, hinter der vielleicht eine gewisse Krisenerfahrung stecke, sagte der Provinzial. Fragen wie "Wo geht es hin mit Orden, mit der Kirche in der Gesellschaft? Was trägt? Was ist sinnvoll? Wofür lebe ich?" gingen auch an den Kapuzinern nicht vorbei. Bei vielen Mitbrüdern sei zudem ein echtes Bedürfnis nach gemeinsamer spiritueller Erfahrung spürbar. So gehe es darum, wie geistliches Leben aus dem Evangelium in Hinsicht auf die Menschen und die vorhandene Not zu realisieren sei.


Quelle:
KNA