Kritik an Kandidatur-Verbot für christliche Dalit in Indien

Kampf gegen Diskriminierung

Die katholische Kirche in Indien kritisiert das Festhalten von Premierminister Narendra Modi am Ausschluss der konvertierten Dalit von der Kandidatur für einen Parlamentssitz. Die Dalit sind auch sonst in Indien sozial benachteiligt.

Vollversammlung der Indischen Bischofskonferenz / © Gottfried Bohl (KNA)
Vollversammlung der Indischen Bischofskonferenz / © Gottfried Bohl ( KNA )

"Es ist bedauerlich, dass die Regierung diese Position bekräftigt hat", sagte Bischof Sarat Chandra Nayak, Vorsitzender der Bischofskommission für "gelistete Kasten und rückständige Klassen", so die offizielle Bezeichnung für die Dalit, am Donnerstag Ortszeit gegenüber dem asiatischen Pressedienst Ucanews.

Diese Haltung der von der hindunationalistischen Partei BJP geführten Regierung trage weiter zu sozialen und wirtschaftlichen Nachteilen der Dalit bei.

Die Mehrzahl indischer Christen gehört zu den Dalit

Laut einer Verfassungsänderung aus dem Jahr 1950 gelten politische, soziale und wirtschaftliche Sonderregeln und Förderprogramme nur für hinduistische Dalit. Diese Regelung wurde später durch die Aufnahme von Buddhisten und Sikh ergänzt.

Die Dalit sind die niedrigste Kaste in der hinduistischen Gesellschaft. Das Wort Dalit bedeutet im Sanskrit "mit Füßen getreten" und bezieht sich auf alle Gruppen, die als "Unberührbare" außerhalb des hinduistischen Kastensystems liegen.

Regierungsdaten zeigen, dass 201 Millionen der 1,3 Milliarden Inder dieser sozial benachteiligten Gruppe angehören. Schätzungen zu Folge gehören zwischen 60 und 80 Prozent der 30 Millionen Christen Indiens den Dalit an.

"Historische Ungerechtigkeit"

Bischof Nayak sagte gegenüber Ucanews, die indischen Christen kämpften seit 1950 vergeblich für das Ende dieser Diskriminierung. "Wenn es keinen breiten politischen Konsens gibt, ist es nicht möglich, die historische Ungerechtigkeit für die Dalit-Christen und -Muslime rückgängig zu machen".

Theoretisch könnte der Oberste Gerichtshof diese Diskriminierung aufgrund der Religion beenden, "aber das ist unwahrscheinlich, weil die Regierung jetzt klargestellt hat, dass sie das nicht unterstützen wird."

Christentum und Islam werden diskriminiert

Die BJP und mit ihr verbündete hindunationalistischen Gruppen wollen Indien zu einer rein hinduistischen Nation machen. Christentum und Islam sehen sie als fremde Religionen, die ihren Ursprung außerhalb Indiens haben.

Sikhismus und Buddhismus werden von den Hindus hingegen akzeptiert, weil diese beiden Religionen, wie der Hinduismus, ihren Ursprung in der indischen Kultur haben.

 

Quelle:
KNA