Jordanien wirft Hilfsgüter über Kirche in Gaza ab

"Eine Botschaft der Solidarität mit unseren christlichen Brüdern"

Die jordanische Luftwaffe hat zu Weihnachten eine Hilfslieferung für Christen im Gazastreifen abgeworfen. Es sei bereits die siebte derartige Aktion auf Anweisung von König Abdullah, meldeten jordanische Medien am Montagabend.

Das Bild zeigt eine zerstörte orthodoxe Kirche in Gaza / © Mohammad Abu Elsebah (dpa)
Das Bild zeigt eine zerstörte orthodoxe Kirche in Gaza / © Mohammad Abu Elsebah ( dpa )

Ein Flugzeug der Royal Air Force habe die Hilfsgüter transportiert, um den in der orthodoxen Porphyrius-Kirche eingeschlossenen Menschen beizustehen, hieß es in einer offiziellen Erklärung.

Ein Schatten liege auf Weihnachtsfeierlichkeiten

Den Angaben zufolge wurden Pakete für die rund 900 Christen per Fallschirm über dem Gotteshaus abgeworfen. Damit wolle Jordanien "eine Botschaft der Solidarität mit unseren christlichen Brüdern" senden. Der eskalierende Krieg Israels gegen Gaza habe einen Schatten auf die Weihnachtsfeierlichkeiten geworfen, hieß es.

Der Lateinische Patriarch Kardinal Pierbattista Pizzaballa bedankte sich bei Jordanien für die Hilfssendungen an die katholische Gemeinde "Zur Heiligen Familie" und die Porphyrius-Kirche. Der Patriarch habe zu Weihnachten in Bethlehem für die ganze Welt und besonders auch für Jordanien, den König, die Armee und die Bevölkerung um Sicherheit und Schutz gebetet, hieß es am Dienstag in einem Facebook-Eintrag des Patriarchats. 

König Abdullah hatte vor einigen Tagen bei einem Treffen mit religiösen Führern aus Jerusalem und Jordanien die Verpflichtung seines Landes betont, "denjenigen Hilfe zu leisten, die in der Kirche Zuflucht suchen". Fotos in Sozialen Netzwerken bestätigten die Ankunft der Hilfspakete bei den Betroffenen.

Der Vatikan und der Nahost-Konflikt: eine Chronologie

Im Nahen Osten herrscht wieder Krieg. Auch der Vatikan ist seit über 100 Jahren auf diesem heiklen diplomatischen Parkett unterwegs. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) nennt zentrale Wegmarken:

1904: Theodor Herzl versucht, den Vatikan für eine Heimstatt der Juden in Palästina zu gewinnen. Papst Pius X. entgegnet laut Herzls Notizen: "Wir können die Juden nicht abhalten, nach Jerusalem zu kommen; aber begünstigen können wir es niemals."

Papst Benedikt XVI. an der Klagemauer am 12. Mai 2009 in Jerusalem / © AVI OHAYON GPO (KNA)
Papst Benedikt XVI. an der Klagemauer am 12. Mai 2009 in Jerusalem / © AVI OHAYON GPO ( KNA )
Quelle:
KNA