Jerusalemer Klagemauer bleibt zu Pessach überwiegend geschlossen

Eingeschränkter Zugang

Die hohen Feiertage der verschiedenen Religionen stehen in Jerusalem diesmal unter kriegsbedingten Einschränkungen. Auch die Klagemauer wird zum jüdischen Fest Pessach nur wenigen Auserwählten zugänglich sein.

Klagemauer in Jerusalem (Archiv) / © Bill Perry (shutterstock)
Klagemauer in Jerusalem (Archiv) / © Bill Perry ( shutterstock )

Die Klagemauer in Jerusalem wird auch am bevorstehenden jüdischen Pessachfest nur in sehr eingeschränktem Rahmen zugänglich sein. 

Für die Öffentlichkeit bleibe die heilige jüdische Stätte in der Altstadt geschlossen, teilten die Stadt, die israelische Polizei und die für die Stätte zuständige Western Wall Heritage Foundation mit. Das Jaffator und das Dungtor sollen demnach für Fahrzeuge und Fußgänger gesperrt und der öffentliche Verkehr zur Klagemauer ausgesetzt werden.

Für den traditionellen Priestersegen (Birkat Kohanim) soll an diesem Sonntag eine begrenzte Teilnehmerzahl von 50 Nachkommen der jüdischen Priester (Kohanim) zugelassen werden. Zudem wird das Gebet wie in vergangenen Jahren live übertragen. Üblicherweise wird der Segen seit 1970 zweimal jährlich, zu den Wallfahrtsfesten Pessach und dem Laubhüttenfest Sukkot, von hunderten Kohanim an der Klagemauer gesprochen.

Sicherheitsargument

Begründet werden die Einschränkungen mit der aktuellen Sicherheitslage und den Anweisungen des Heimatfrontkommandos. Die heiligen Stätten in der Jerusalemer Altstadt sind seit 28. Februar für Besucher und Beter geschlossen. Davon betroffen ist auch die Grabeskirche.

Am Montag einigten sich die Polizei und katholische Kirchenführer darauf, dass die Feiern der Kar- und Osterwoche im Wesentlichen ohne Gläubige von den in der Kirche lebenden Ordensleuten gefeiert werden. Anders als an Palmsonntag sollen Kirchenvertreter aber Zugang zur Kirche erhalten.

Pessach, das in diesem Jahr mit dem Sonnenuntergang am Mittwoch beginnt, erinnert an die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft. Sieben Tage lang darf nichts Gesäuertes (Chametz) gegessen, besessen oder gehandelt werden. Als Chametz gelten verschiedene Getreidesorten, bei denen im Kontakt mit Wasser ein Säuerungsprozess eintritt.

Pessach

Pessach ist das erste von drei jüdischen Wallfahrtsfesten und fällt in den jüdischen Frühlingsmonat Nissan, die Zeit der ersten Gerstenernte in Israel. Wie zum Wochenfest (Schawuot) und zum Laubhüttenfest (Sukkot) pilgerten Juden traditionell nach Jerusalem und brachten Feldfrüchte als Opfergaben dar. Pessach erinnert an das Wunder des Auszugs des Volkes Israel aus Ägypten. Im Gedenken an den Zug durch die Wüste wird während des achttägigen Festes nur ungesäuertes Brot gegessen.

Pessach in einer Familie / © Harald Oppitz (KNA)
Pessach in einer Familie / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA