Taizé-Gebet bei der "Großen Nacht der Lichter" in Köln

Jeder kann dabei sein

Einmal im Jahr verwandelt sich die Kölner Kirche St. Agnes in ein Lichtermeer – bei der "Großen Nacht der Lichter", dem größten Taizé-Gebet im Erzbistum Köln. Und jeder kann dabei sein, denn DOMRADIO.DE überträgt.

Hände beim Taizé-Gebet / © Harald Oppitz (KNA)
Hände beim Taizé-Gebet / © Harald Oppitz ( KNA )

DOMRADIO.DE: Nicht alle wissen, worum es bei einem Taizé-Treffen geht, vielleicht können Sie uns kurz beschreiben, was da abläuft?

Matthäus Hilus (Stadtjugendseelsorger in Köln): Das Wichtigste ist, dass wir gemeinsam beten, mit den Liedern von Taizé. Das sind schöne, kurze, eingängige Lieder, die entweder Texte aus der Bibel zum Inhalt haben oder Texte aus der Tradition. Das Gebet ist eigentlich so, dass man, egal welche Voraussetzungen man hat, dazukommen kann, sich immer wieder reinfallen lassen kann oder auch aktiv mitbeten kann. Es ist also eine relativ niederschwellige Form des Gebetes, die aber auch sehr tiefgehen kann.

DOMRADIO.DE: Was fasziniert Sie persönlich an dieser Art des Betens?

Hilus: Es hat eine gewisse Kraft, es ist niederschwellig. Ich kann dazukommen und mich einfach fallen lassen. Aber es hat auch eine große, große Tiefe und kann auch so wirklich tief im Menschen wirken.

DOMRADIO.DE: Taizé ist ja erst einmal der Ort der spirituellen Begegnung in Burgund, in Frankreich. Wenn wir jetzt diese große Nacht der Lichter in Köln hier in St. Agnes haben, kann man dieses Gefühl und diese Art von Beten so transportieren in diese andere Kirche, in unser anderes Land?

Hilus: Ich glaube, es geht nicht darum, Taizé zu kopieren, den Ort zu kopieren, sondern eben zu adaptieren. Die heute Mitwirkenden waren häufig in Taizé. Man nimmt die Dinge, die man da erfahren hat und transportiert sie ins Hier und Heute nach St. Agnes.

DOMRADIO.DE: Morgen um 18 Uhr ist dann die Nacht der Lichter. Jetzt ist unter Corona-Bedingungen wahrscheinlich einiges zu beachten?

Hilus: Ja. Wir sind sehr froh, dass wir das auch dieses Jahr wieder machen können. Dieses Jahr mit 400 Menschen in der Kirche; letztes Jahr waren wir 112. Es war sehr gespenstisch. Aber ich glaube, es ist sehr wichtig, dass wir das gerade in dieser Zeit auch weiter machen. Weil ich glaube, dass jeder auch in dieser Zeit Krisen und teilweise auch Tod erfahren hat.

DOMRADIO.DE: Wie ist das denn mit der Teilnahme? Muss man sich da vorher wahrscheinlich dann anmelden, damit die Zahl nicht überstiegen wird?

Hilus: Genau. Wir haben auf unserer Website ein Anmelde-Tool bereitgestellt. Wir sind auch schon bei 400. Das heißt, ich kann leider auch niemanden mehr einladen, aber ich möchte gerne dazu einladen, bei der Übertragung mit uns zu beten, das DOMRADIO überträgt die Feier ja auf YouTube, Facebook und im im Web-TV.

DOMRADIO.DE Haben Sie das Gefühl, dass es jetzt gerade auch in dieser Corona-Zeit, in der auch eher wenige Gottesdienste in Präsenz stattgefunden hatten, auch wieder so einen Nachholbedarf gibt, dass man zusammen ist und zusammen betet?

Hilus: Ja, das merken wir. Und was wirklich schön ist, ist, dass viele bereit sind, sich zu engagieren und zu helfen. Wir bauen seit Samstag um 12 Uhr auf. Es ist ein Riesenakt. Da muss man viel arbeiten und ich bin sehr gerührt, dass sich so viele gemeldet haben, die Lust haben, mitzumachen.

Das Interview führte Dagmar Peters.

Matthäus Hilus (Archiv) / © N.N. (berufen.de)
Matthäus Hilus (Archiv) / © N.N. ( berufen.de )
Quelle:
DR
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