Nach Missbrauchsskandal in Chile

"Jahre nötig, um Vertrauen wiederzugewinnen"

​Die chilenische Kirche wird nach eigener Einschätzung noch Jahre brauchen, um nach der Missbrauchskrise wieder das Vertrauen der Gesellschaft zurückzugewinnen. Es sei ein neuer Stil notwendig, heißt es.

Symbolbild Missbrauch: Teddybär in einer Kirchenbank / © Harald Oppitz (KNA)
Symbolbild Missbrauch: Teddybär in einer Kirchenbank / © Harald Oppitz ( KNA )

"Wir müssen Vertrauen erzeugen. Zunächst einmal in uns selbst", sagte Santiagos neuer Weihbischof Alberto Lorenzelli in einem Interview mit dem Portal Vida Nueva Digital (Sonntag). Es genügten manchmal Minuten um Vertrauen zu verlieren, aber Jahre um es wieder zurückzugewinnen.

"Und uns wird es Jahre kosten", so Lorenzelli. Seine größte Sorge gelte den jungen Menschen, denn die seien besonders enttäuscht. Dazu sei ein neuer Stil notwendig, mit dem die Kirche auf die Menschen zu gehe.

Seit Monaten von Missbrauchsskandal erschüttert

Die Kirche in Chile wird seit Monaten von einem Missbrauchsskandal erschüttert. Laut den chilenischen Medienberichten ermittelt die Justiz derzeit in über 150 Fällen gegen 219 Kirchenmitarbeiter wegen Missbrauchs. Bei den mutmaßlichen Opfern gehe es um 241 Menschen, von denen 123 zum Tatzeitpunkt minderjährig waren. Zahlreiche Bischöfe sind seitdem zurückgetreten.

Papst Franziskus trifft am 14. Januar 2019 im Vatikan die chilenische Bischöfe  / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Franziskus trifft am 14. Januar 2019 im Vatikan die chilenische Bischöfe / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA
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