Kinderspezifische Fluchtgründe wie Zwangsrekrutierung, Missbrauch oder die Ermordung der Eltern fänden bei der asylrechtlichen Prüfung keine Beachtung.
Obwohl die Kinder als Soldaten körperliche und seelische Verletzungen erlitten hätten, würden sie nur selten als Flüchtlinge anerkannt, bemängelte Ralf Willinger, Kinderrechts-Experte bei "terre des hommes". Die Angst vor der möglichen Abschiebung aus Deutschland traumatisiere die Kinder zusätzlich. "Das Ausländerrecht hat in Deutschland derzeit Vorrang vor dem Kinderrecht", kritisierte Willinger. Damit verstoße die Bundesrepublik gegen die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. Dieser Missstand müsse dringend behoben werden.
"Rekrutierung Minderjähriger unterbinden"
Um beim Kampf gegen die weltweite Rekrutierung von Kindersoldaten glaubwürdig zu bleiben, forderten die Hilfsorganisationen die Bundesregierung außerdem dazu auf, die Heranziehung von Minderjährigen durch die Bundeswehr zu unterbinden. Die bislang gängige Praxis, in Ausnahmefällen auch unter 18-Jährige in die Streitkräfte aufzunehmen, müsse beendet werden, so Barbara Dünnweller von der Kindernothilfe.
Nach Angaben von Kindernothilfe und "terre des hommes" werden derzeit rund 300.000 Kinder weltweit als Soldaten missbraucht, die meisten davon in Afrika. Sie müssten kämpfen, Boten- oder Kochdienste verrichten, schwere Lasten tragen und würden sexuell missbraucht.
Hilfsorganisationen beklagen Umgang mit Kindersoldaten
"Unmenschlich und völkerrechtswidrig"
Hilfsorganisationen haben den Umgang der Bundesrepublik mit ehemaligen Kindersoldaten kritisiert. Kindersoldaten, die nach Deutschland geflüchtet seien, müssten komplizierte und belastende Asylverfahren durchlaufen, erklärten die Kindernothilfe und "terre des hommes" am Freitag in Berlin.
Der Umgang mit den Flüchtlingen sei unmenschlich und völkerrechtswidrig.
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