Rund um das Gutachten für das Erzbistum Köln

Hier gibt es die Informationen

Kardinal Woelki gibt am Dienstag weitere Konsequenzen aus einem Missbrauchsgutachten für sein Erzbistum bekannt. Die Pressekonferenz um 10.00 Uhr überträgt neben dem Erzbistum auch DOMRADIO.DE live. Zu dem Thema finden Sie hier weitere Informationen.

Kardinal Woelki studiert das Gutachten (DR)
Kardinal Woelki studiert das Gutachten / ( DR )

Die vergangenen Tage habe der Erzbischof dazu genutzt, das Gutachten zu lesen, Schlussfolgerungen zu ziehen und Gespräche zu führen, erklärte das Erzbistum.

Woelki hat die Untersuchungsergebnisse laut Erzbistum erstmals mit der Öffentlichkeit am vergangenen Donnerstag erfahren. Das Gutachten der Kanzlei Gercke Wollschläger zeigt auf, wie Bistumsverantwortliche mit Fällen sexualisierter Gewalt durch Priester umgingen.

Die Untersuchung hält in 24 von 236 ausgewerteten Aktenvorgängen insgesamt 75 Pflichtverletzungen durch 8 Amtsträger fest, darunter Erzbischöfe, Generalvikare und Personalchefs. Sie gingen zum Beispiel einem Verdacht nicht nach oder sanktionierten strafbares Verhalten nicht.

Woelki schließt eigenen Rücktritt aus

Direkt nach der Vorstellung der Untersuchung hatte Woelki Weihbischof Dominikus Schwaderlapp und den Kölner Offizial Günter Assenmacher vorläufig von ihren Aufgaben entbunden. Einen Tag später beurlaubte er auch Weihbischof Ansgar Puff. Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße, der früher Personalchef und Generalvikar in Köln war, lässt sein Amt ruhen. Er und Schwaderlapp haben dem Papst ihren Rücktritt angeboten. Woelki selbst wurde kein Fehlverhalten nachgewiesen.

Unterdessen wies der Erzbischof Forderungen zurück, sein Amt zur Verfügung zu stellen. "Was wäre mit einem Rücktritt gewonnen? Das wäre der einfachere Weg", sagte er der "Zeit". "Indem ich im Amt bleibe, übernehme ich Verantwortung für das, was ich in Köln begonnen habe: die schonungslose Aufklärung."

Quelle:
KNA