Papst ruft zu Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit auf

"Heute für ein Morgen aller arbeiten"

​Papst Franziskus hat Regierungen und Wirtschaftsführer zu mehr Einsatz für Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit aufgerufen. Es müsse eine tatsächliche Bereitschaft geben, die Ursachen des Klimawandels anzupacken, so der Papst. 

Symbolbild Klimaschutz / © nito (shutterstock)

"Es gibt keine Ökologie ohne Gerechtigkeit und es gibt keine Gerechtigkeit ohne Ökologie", sagte das Kirchenoberhaupt bei einem Treffen mit Vertretern von Nachhaltigkeits-Gruppen am Samstag im Vatikan. Zwar gelte diese Pflicht für jeden Menschen, jene mit mehr Einfluss seien aber stärker gefordert.

Notwendig ist nach Aussage des Papstes eine tatsächliche Bereitschaft, die Ursachen des Klimawandels anzupacken. "Allgemeine Verpflichtungen reichen nicht aus, und man kann sich nicht nur auf die unmittelbare Zustimmung seiner Wähler oder Geldgeber verlassen", mahnte Franziskus. "Wir müssen heute für ein Morgen aller arbeiten. Die Jungen und die Armen werden uns zur Rechenschaft ziehen", warnte er.

Die "Laudato-si-Gemeinschaften"​

Zu dem Treffen in der vatikanischen Audienzhalle unter Leitung des Bischofs von Rieti, Domenico Pompili, und des Slow-Food-Gründers Carlo Petrini waren rund 250 Mitglieder aus 60 sogenannten "Laudato-si-Gemeinschaften" gekommen. Die nach der Umwelt- und Sozialenzyklika des Papstes benannten lokalen Gruppen verpflichten sich zu einem entsprechenden persönlichen Lebensstil und gesellschaftlichem Engagement. Die Gruppen sind nicht konfessionell oder religiös gebunden.

Zwei wesentliche Lebensweisen und Haltungen zu einer ökologisch-sozialen Bekehrung sind nach Aussage des Papstes "Kontemplation und Kompassion". Kontemplation bedeute, "sich selbst Zeit zu schenken, um zu schweigen, zu beten" und ein Gleichgewicht zwischen Kopf, Herz und Hand, Gedanken, Gefühlen und Taten zurückzugewinnen.

Mitgefühl gegen die "Epidemie der Gleichgültigkeit"

Aus einer solchen Lebensweise heraus erwächst demnach auch Kompassion, ein Nachempfinden und Mitfühlen mit anderen Menschen. Wer Mitgefühl mit anderen hat, sagte der Papst, gehe über Ausreden und Theorien hinaus, um in anderen Brüder und Schwestern zu sehen, um die er sich kümmern soll. Dies sei im Übrigen Gottes Blick auf die Menschen.

Daher sei Mitgefühl "der beste Impfstoff gegen die Epidemie der Gleichgültigkeit". Deren Symptome lauteten: "Es geht mich nichts an", "es liegt nicht an mir", "ich habe nichts damit zu tun". Wer aber Mitgefühl lebe, gehe von "Du bist mir egal" über zu "Du bist mir wichtig".

Papst Franziskus grüßt die Menschen während der Generalaudienz / © Stefano Dal Pozzolo (KNA)
Papst Franziskus grüßt die Menschen während der Generalaudienz / © Stefano Dal Pozzolo ( KNA )
Quelle:
KNA
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