Helfer besorgt über Heuschreckenplage "biblischen Ausmaßes"

Nach der Plage droht eine Hungerkatastrophe

Seit Monaten überziehen Heuschreckenschwärme ganze Landstriche in Ostafrika und fressen alles kahl. Hilfsorganistationen schlagen Alarm. Ohne Ernte und Futter für die Tiere droht eine Hungerkatastrophe.

Junge Wüstenheuschrecken springen aus einem Feld in Somalia / © Ben Curtis (dpa)
Junge Wüstenheuschrecken springen aus einem Feld in Somalia / © Ben Curtis ( dpa )

Die SOS-Kinderdörfer äußerten sich besorgt über die Heuschreckenplage "biblischen Ausmaßes" in Ostafrika. Die Schwärme fressen täglich weitere Gebiete kahl, Millionen Menschen sind von einer Hungersnot bedroht, wie die Hilfsorganisation am Donnerstag in München mitteilte. "Der Ausbruch trifft die Region in einer ohnehin kritischen Situation. In den aktuell am meisten betroffenen Ländern Äthiopien, Kenia und Somalia leiden schon jetzt 12 Millionen Menschen an Hunger", sagt der Nothilfe-Koordinator der Organisation in Ost- und Südafrika, Ayele Sebaro.

Angst vor Hunger

Allein in Äthiopien hätten die Insekten bereits eine Fläche von 2.350 Quadratkilometern zerstört. 85 Prozent der Menschen lebten dort von der Landwirtschaft, ein Großteil sei betroffen. "Die Menschen haben Angst, ihre Kinder nicht mehr ernähren zu können", so Sebaro. Die Bemühungen der Regierung, Chemikalien zu sprühen, blieben bislang ergebnislos, es fehle an Pestiziden, Flugzeugen, finanziellen Mitteln. Für Kinder bedeuteten die großen Schwärme zusätzlich psychischen Stress. "Viele Kinder trauen sich nicht mehr aus dem Haus, weil die Heuschrecken überall sind. Sie bedecken den Boden und verdunkeln den Himmel", sagte Sebaro. Die SOS-Kinderdörfer haben in Äthiopien ein gezieltes Nothilfeprogramm für Betroffene der Heuschreckenplage aufgestellt.

Zahl der Heuschrecken wird um 500-Faches steigen

Ayele Sebaro ist sich sicher, dass die Situation in eine Katastrophe münden wird, sollte eine rasche Bekämpfung der Insekten nicht gelingen. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Heuschrecken bis Juni aufgrund der idealen Brutbedingungen um ein 500-Faches steigen wird. Familien sollen unter anderem mit Lebensmittelhilfen und Saatgut unterstützt werden.

Vieh droht zu verhungern

Die geschäftsführende Vorständin von "Aktion Deutschland Hilft", Manuela Roßbach, erklärte: "Angesichts herannahender Heuschreckenschwärme versuchen Betroffene mit Unterstützung von Helfern jetzt zu retten, was zu retten ist." Im Fokus der Hilfe des Bündnisses stehen demnach neben der Hilfe für Betroffene vorbeugende Maßnahmen in Regionen, über die die Heuschrecken noch nicht hergefallen sind.

Der Malteser Hilfsdienst verwies auf die Lage im Nordosten Kenias. Denn die ländliche Bevölkerung lebe von der Viehwirtschaft. "Ohne Futter werden die Tiere verhungern und den Menschen wird die Lebensgrundlage genommen", so die Helfer, die bei ihrer Arbeit vom Auswärtigen Amt unterstützt werden.

Quelle:
KNA