Heil legt milliardenschweres Konzept für Grundrente vor

Aufstockung auf 447 Euro

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat ein Konzept für die von der großen Koalition vereinbarte Grundrente vorgelegt. Jemand, der Jahrzehnte lang hart gearbeitet habe, habe auch das Recht, deutlich mehr zu bekommen als Arbeitslose.

Rente (dpa)
Rente / ( dpa )

Es sei ein milliardenschweres Programm, das für drei bis vier Millionen ehemalige Geringverdiener die Rente um bis 447 Euro monatlich aufstocken werde, schreibt die "Bild am Sonntag".

"Sehr viele Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, landen wegen ihrer niedrigen Löhne als Rentner in der Grundsicherung. Das will ich ändern", sagte der SPD-Politiker der Zeitung.

Grundlage sind 35 Jahre Beitrittszahlungen 

"Jemand, der Jahrzehnte lang hart gearbeitet hat, hat das Recht, deutlich mehr zu bekommen als jemand, der nicht gearbeitet hat. Das ist eine Frage des Respekts vor Lebensleistung."

 Hubertus Heil (SPD), Bundesarbeitsminister / © Ralf Hirschberger (dpa)
Hubertus Heil (SPD), Bundesarbeitsminister / © Ralf Hirschberger ( dpa )

Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass die neue Grundrente ein Alterseinkommen zehn Prozent oberhalb des Grundsicherungsbedarfs garantieren soll. Bekommen sollen sie all jene, die 35 Jahre mit Beitragszahlung, Kindererziehung oder Pflegetätigkeit aufweisen.

Aus Steuermitteln finanzieren 

Heil sagte, er rechne mit jährlichen Kosten in Höhe eines mittleren einstelligen Milliardenbetrags. "Mein Ziel ist es, dass wir das aus Steuermitteln finanzieren." 

Grundrente

Am 1. Januar 2021 ist das Gesetz zur Grundrente in Kraft getreten. Rund 1,3 Millionen Rentnerinnen und Rentner werden nach Angaben der Bundesregierung im ersten Jahr von einem individuellen Zuschlag zu ihrer Rente profitieren. Wer jahrzehntelang zu einem niedrigen Lohn gearbeitet und Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, kann mit dem Grundrentenzuschlag eine höhere Rente erhalten. Grundrentenberechtigte werden nach Schätzungen zu rund 70 Prozent Frauen sein und überdurchschnittlich viele Ostdeutsche.

Koalitionseinigung im Grundrentenstreit  / © Mohssen Assanimoghaddam (dpa)
Koalitionseinigung im Grundrentenstreit / © Mohssen Assanimoghaddam ( dpa )
Quelle:
dpa