Eine Delegation der Spenden-Organisation Papal Foundation aus den USA und Kanada hält sich derzeit in Rom und im Vatikan auf. Wie aus einem Bericht des Portals Vatican News vom Freitag hervorgeht, dauert die "Pilgerreise" der nordamerikanischen Unterstützer des Papstes vom 29. April bis 2. Mai.
Neben Gottesdiensten und Versammlungen standen auch Besuche im Vatikan auf dem Programm. Am Mittwoch gab es unter anderem ein Treffen mit der Führungsebene der vatikanischen Medienabteilung. Sie ist neben dem diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls der personalintensivste und teuerste Bereich des Vatikans.
"Die Bindung stärken"
Auch ein Besuch der US-Botschaft beim Heiligen Stuhl und ein Treffen mit Papst Leo XIV. waren geplant. "Der Besuch markiert einen wichtigen Moment, um die Bindungen mit der universalen Kirche zu stärken", heißt es in dem englischsprachigen Bericht von Vatican News.
Die Papal Foundation gehört neben den Knights of Columbus zu den wichtigsten nordamerikanischen Großspendern des Heiligen Stuhls. Im vergangenen Jahr überwies sie nach eigenen Angaben mehr als 14 Millionen US-Dollar (rund 12 Millionen Euro) an den Heiligen Stuhl. Seit ihrer Gründung im Jahr 1988 unter Johannes Paul II. waren es mehr als 250 Millionen Dollar. Das meiste Geld geht nach Angaben der Stiftung an Projekte in Entwicklungsländern sowie in Stipendien.
Die Stiftung, in der auch der ehemalige Erzbischof von New York, Kardinal Timothy Dolan, eine zentrale Rolle spielt, war im vergangenen Jahr Gegenstand von Spekulationen unter Vatikanbeobachtern. Sie gab neun Tage nach dem Tod von Papst Franziskus unmittelbar vor Beginn des Vorkonklaves in einem römischen Fünf-Sterne-Hotel einen Empfang. Bei dem Anlass wurde laut Medienberichten eine Verdopplung der jährlichen Zuweisungen an den Heiligen Stuhl in Aussicht gestellt. In der Woche danach wurde mit Robert Prevost erstmals ein US-Amerikaner zum Papst gewählt.
Distanzierte Beziehung unter Franziskus
Unter Papst Franziskus (2013-2025), der als USA-kritisch galt, waren die Beziehungen zwischen dem Papst und "manchen US-Katholiken manchmal etwas distanzierter", wie der Aufsichtsratsvorsitzende der Papal Foundation, der Finanzmanager Ward Fitzgerald, damals in einem Fernsehinterview sagte.
Laut Vatican News hat die Stiftung bereits Ende 2024 damit begonnen, neue regelmäßige Spender zu werben. In fünf Jahren sollen etwa 60 neue Spender-Familien gewonnen werden. 27 seien bereits hinzugekommen.