Glockenfans aus ganz Deutschland haben am Samstag in Würzburg ein außergewöhnliches Konzert erlebt: Von einem Laptop aus angesteuert, läuteten die 20 Glocken des Würzburger Doms eine Dreiviertelstunde unterschiedliche Motive in Dur und Moll, unter anderem den aus London bekannten prägnanten "Westminster"-Schlag. Nach Angaben der Veranstalter hörten mehr als 400 Menschen auf dem Kiliansplatz zu. Am Ende spendeten sie einen langen Applaus.
Eine der Würzburger Domglocken stammt noch aus dem Mittelalter. Die übrigen 19 Glocken wurden 1966 und 2008 gegossen. Die Zusammenstellung ermöglicht vielfältige Klänge. So lässt sich etwa ein Ton in vier unterschiedlichen Höhen wiedergeben.
Domdekan Jürgen Vorndran wertete den großen Zuspruch als Beweis dafür, "dass die Glocken ein hohes Kulturgut sind". Einige Fans seien dazu eigens aus Nürnberg, dem Allgäu und dem Ruhrgebiet angereist.
"Europaweit einmaliger Klang"
Der Gelsenkirchener KfZ-Mechaniker Andreas Boose nimmt nach eigenen Worten regelmäßig weite Strecken auf sich, um sich Glocken anzuhören. Er schwärmte: "Einen derartigen harmonischen und erhabenen Klang wie in Würzburg findet man aber europaweit nirgends."
Das Konzert wird laut Mitteilung des Bistums während des Katholikentags am 14. Mai wiederholt, und zwar von 11.30 bis 12.15 Uhr. Zusätzlich wird es auf dem Youtube-Kanal des Bistums übertragen.