Glockenkonzert des Würzburger Doms begeistert über 400 Zuhörer

Deutscher Big Ben

Ein Glockenkonzert hat unter Beweis gestellt, wozu das Geläut des Würzburger Doms in der Lage ist. Auch der bekannte "Westminster"-Schlag ertönte und begeisterte die Menschen. Das Konzert wird während des Katholikentags wiederholt.

Der Würzburger Dom inmitten der Würzburger Altstadt / © canadastock (shutterstock)
Der Würzburger Dom inmitten der Würzburger Altstadt / © canadastock ( shutterstock )

Glockenfans aus ganz Deutschland haben am Samstag in Würzburg ein außergewöhnliches Konzert erlebt: Von einem Laptop aus angesteuert, läuteten die 20 Glocken des Würzburger Doms eine Dreiviertelstunde unterschiedliche Motive in Dur und Moll, unter anderem den aus London bekannten prägnanten "Westminster"-Schlag. Nach Angaben der Veranstalter hörten mehr als 400 Menschen auf dem Kiliansplatz zu. Am Ende spendeten sie einen langen Applaus.

An Fronleichnam 2008 erklangen zum ersten Mal die neuen Glocken in Würzburg  (KNA)
An Fronleichnam 2008 erklangen zum ersten Mal die neuen Glocken in Würzburg / ( KNA )

Eine der Würzburger Domglocken stammt noch aus dem Mittelalter. Die übrigen 19 Glocken wurden 1966 und 2008 gegossen. Die Zusammenstellung ermöglicht vielfältige Klänge. So lässt sich etwa ein Ton in vier unterschiedlichen Höhen wiedergeben.

Domdekan Jürgen Vorndran wertete den großen Zuspruch als Beweis dafür, "dass die Glocken ein hohes Kulturgut sind". Einige Fans seien dazu eigens aus Nürnberg, dem Allgäu und dem Ruhrgebiet angereist.

"Europaweit einmaliger Klang"

Der Gelsenkirchener KfZ-Mechaniker Andreas Boose nimmt nach eigenen Worten regelmäßig weite Strecken auf sich, um sich Glocken anzuhören. Er schwärmte: "Einen derartigen harmonischen und erhabenen Klang wie in Würzburg findet man aber europaweit nirgends."

Das Konzert wird laut Mitteilung des Bistums während des Katholikentags am 14. Mai wiederholt, und zwar von 11.30 bis 12.15 Uhr. Zusätzlich wird es auf dem Youtube-Kanal des Bistums übertragen.

Die größten Glocken Deutschlands

Es ist nicht ganz so einfach, von der "größten" Glocke zu sprechen, da nicht immer klar ist, welches Kriterium dafür das Maß angibt. Nimmt man den Durchmesser oder die Höhe oder das Gewicht?

Von allem abgesehen ist die 1923 gegossene Petersglocke des Kölner Domes die größte und auch schwerste Glocke in Deutschland. Unter den freischwingend läutbaren Glocken der Welt nimmt sie mit offiziell geschätzten 24 Tonnen Platz Nummer 2 ein, da sie von der großen, etwa eine Tonne schwereren, Glocke in Bukarest abgelöst worden ist.

Wurde am 5. Mai 1923 gegossen – die Petersglocke im Kölner Dom / © Harald Oppitz (KNA)
Wurde am 5. Mai 1923 gegossen – die Petersglocke im Kölner Dom / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA