Geburtstag von Erzbischof Zollitsch geht mit Festakt zu Ende

"Das Geschenk des Tages"

Der Tag endete mit einem großen öffentlichen Fest im Priesterseminar: Viele Gäste aus Kirche und Politik waren nach Freiburg gekommen, um mit Erzbischof Robert Zollitsch seinen 75. Geburtstag zu feiern.

Erzbischof Zollitsch an seinem 75. Geburtstag / © Harald Oppitz
Erzbischof Zollitsch an seinem 75. Geburtstag / © Harald Oppitz

Mit einem Festakt und einem Gottesdienst ist am Freitag der 75. Geburtstag von Erzbischof Robert Zollitsch gefeiert worden. Vor rund 400 geladenen Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft hielt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) im Freiburger Konzerthaus die Festrede. Darüber hinaus unterhielt sich Moderator Frank Elstner mit Menschen, die eine wichtige Rolle im privaten und beruflichen Leben des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz spielen. Der Tag endete mit einem großen öffentliche Fest im Priesterseminar.

Der emeritierte römische Kurienkardinal Walter Kasper sprach in seiner Predigt beim Festgottesdienst im überfüllten Freiburger Münster von neuen Herausforderungen für die katholische Kirche. Es gehe heute nicht nur um materielle Armut, sondern auch um Einsamkeit und Isolation, «um innere Leere bis zur inneren Verwahrlosung», sagte Kasper. Unter Verweis auf Papst Franziskus wies Kasper darauf hin, dass die Kirche an die äußersten Ränder menschlicher Existenz gehen müsse. Zollitsch spreche in diesem Zusammenhang von der «klaren Option für die Menschen». Die Kirche müsse hinhören und zuhören, «eine barmherzige Kirche» sein. Heute werde es für die Kirche «richtig spannend», so Kasper weiter.

Schäuble betonte das christlich geprägte Menschenbild Europas

Schäuble sprach sich in seiner Rede gegen Europamüdigkeit aus. Die Einigung des Kontinents sei Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben. Nur ein vereintes Europa könne seine Ideen und Werte kraftvoll in die weltweiten Diskussionen einbringen. Wenn der Kontinent an dem durch das Christentum wesentlich geprägten Menschenbild festhalte, sei ihm «um Europa nicht bange», so Schäuble.

Zu den Gästen gehörten neben vielen deutschen Bischöfen der Apostolische Nuntius Jean-Claude Perisset, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, der griechisch-orthodoxe Erzbischof Augoustinos und der Präsident desZentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück. Aus dem
Vatikan waren der emeritierte Kurienkardinal Walter Kasper und Kurienerzbischof Georg Gänswein angereist.

Der Bundesratsvorsitzende, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), lobte bei dem Fest im Priesterseminar ausdrücklich das gute Verhältnis zwischen Staat und Kirche in Deutschland.
 

"Erdverbundener Mensch mit hintergründigem Humor"

Bei Elstners Gesprächen mit Zollitschs Weggefährten würdigte ZdK-Präsident Glück den Erzbischof als einen Optimisten, der keine Denkverbote und Tabus kenne. Zollitsch strahle Urvertrauen und Gottvertrauen aus. Sein Stellvertreter als Bischofskonferenz-Vorsitzender, der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle, nannte ihn einen «erdverbundenen Menschen» mit hintergründigem Humor. EKD-Ratschef Schneider wünschte dem Erzbischof, auch im weiteren Leben im Glauben getragen zu sein.

Zollitschs Neffe Wolf Zollitsch dankte seinem Onkel dafür, dass er in den vergangenen Jahren wegen des Bekanntheitsgrads seines Verwandten den Nachnamen immer seltener habe buchstabieren müssen. Der Jubilar selbst bedankte sich über das Wohlwollen, dass ihm auch bei der Lektüre der Post der vergangenen Tage entgegenschlagen sei. Dass er
sich von so vielen getragen fühle, sei «das Geschenk des Tages».


Quelle:
KNA