Früherer Katholiken-Generalsekretär Stefan Vesper wird 70

"Brückenbauer mit strategischer Weitsicht"

Von Donum vitae bis zum Synodalen Weg: Stefan Vesper prägte das Zentralkomitee der deutschen Katholiken in bewegten Zeiten. Sein Nachfolger lobt: Er habe Krisen moderiert und Brücken gebaut.

Stefan Vesper / © Bert Bostelmann (KNA)
Stefan Vesper / © Bert Bostelmann ( KNA )

Stefan Vesper, von 1999 bis 2019 Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), wird am Sonntag 70 Jahre alt. Sein Nachfolger in diesem Amt, Marc Frings, würdigte ihn am Freitag als "einen Brückenbauer mit strategischer Weitsicht". Er habe die besondere Begabung gezeigt, Krisen zu lösen, etwa im Konflikt zwischen den Bischöfen und dem von Katholiken gegründeten Schwangerenberatungsverein Donum vitae.

Der gebürtige Düsseldorfer Vesper lebt in Bad Honnef bei Bonn. Er ist Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Bad Honnef-Rhöndorf. Die Stiftung hält mit Museum, Archiv und Forschungsstelle die Erinnerung an den Gründungskanzler der Bundesrepublik lebendig, pflegt den Nachlass des 1967 in seinem Haus in Rhöndorf gestorbenen Politikers und will einen Beitrag zum Verständnis der deutschen und europäischen Zeitgeschichte leisten.

Zahlreiche Ämter

Vesper ist nach wie vor in Gremien der katholischen Kirche aktiv: Er koordiniert die Geschäftsstelle der Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen. Sie entscheidet, wie viel Geld Missbrauchsopfer in der katholischen Kirche in Anerkennung des ihnen zugefügten Leids erhalten. Bis vor wenigen Tagen war er Delegierter des ZdK in der Synodalversammlung des Reformprojekts Synodaler Weg.

In seiner Zeit als ZdK-Generalsekretär war er zeitweise Verantwortlicher für die europäischen Kontakte im Europäischen Laienforum, Mitglied der Katholikentagsleitungen sowie der Leitung der beiden ersten Ökumenischen Kirchentage in Deutschland 2003 und 2010. Zugleich übernahm er führende Mitverantwortung bei der Deutschen Kommission Justitia et Pax, beim Hilfswerk Misereor, in der Maximilian-Kolbe-Stiftung, bei Renovabis und im Vorstand der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle. Zudem gehörte er als Gast der Gemeinsamen Konferenz von Deutscher Bischofskonferenz und ZdK an.

Vesper studierte Geschichte und Katholische Theologie in Köln und Bonn. Von 1998 bis 1999 war er Pädagogischer Mitarbeiter am Katholisch-Sozialen Institut der Erzdiözese Köln in Bad Honnef. 1992 promovierte er an der Universität Osnabrück/Vechta im Fach Religionspädagogik. 1996 und 1997 organisierte er im Auftrag des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen von Sankt Gallen aus die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung in Graz, an der Vertreter aller christlichen Kirchen Europas teilnahmen. Er ist verheiratet, Vater zweier erwachsener Töchter und mehrfacher Großvater.

Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist das höchste repräsentative Gremium des deutschen Laien-Katholizismus. Es vertritt die katholischen Laien bei der gesellschaftlichen Meinungsbildung und ist das von der Bischofskonferenz anerkannte Organ zur Koordinierung des Laienengagements in der Kirche. Allerdings melden sich immer wieder auch einige katholische Laien und Vereinigungen zu Wort, die das ZdK nicht als ihre Vertretung verstehen.

Das Kreuz des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)  / © Harald Oppitz (KNA)
Das Kreuz des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA