Früherer Abt Thomas Denter mit 87 Jahren gestorben

Visionär mit Sinn für erneuerbare Energien

Thomas Denter, ehemaliger Abt des Zisterzienserklosters Marienstatt im Westerwald, ist tot. Er starb in der Nacht zum Samstag im Alter von 87 Jahren, wie die Pfarrei Maria Himmelfahrt im rheinland-pfälzischen Hachenburg mitteilte.

Zwei Pflegerinnen stützen Thomas Denter. Der emeritierte Abt der Zisterzienserabtei Marienstatt ist verstorben / © Harald Oppitz (KNA)
Zwei Pflegerinnen stützen Thomas Denter. Der emeritierte Abt der Zisterzienserabtei Marienstatt ist verstorben / © Harald Oppitz ( KNA )

Denter war von 1971 bis 2006 insgesamt 35 Jahre Abt von Marienstatt. Er war satzungsgemäß mit vollendetem 70. Lebensjahr von diesem Amt zurückgetreten.

Mit Bundesverdienstkreuz geehrt worden 

Denter war der 51. Abt von Marienstatt. Zwischen 2011 und 2013 hatte er als Administrator das inzwischen aufgelöste Kloster der Zisterzienser in Himmerod in der Eifel übernommen.

Der promovierte Theologe war mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz geehrt worden.

Er richtete erneuerbare Energien im Kloster ein

Benedikt Wach, Pfarrer von Hachenburg, erklärte, in die Zeit Denters als Abt von Kloster Marienstatt sei "eine große Zahl wichtiger Ereignisse und Entscheidungen" gefallen, die Kloster und Pfarrei bis heute prägten.

"Als Visionär war er schon früh mit der Idee erneuerbarer Energien unterwegs, wovon die Einrichtung des Wasserkraftwerks und die Nutzung von Photovoltaik in der Abtei bis heute erzählen."

Der ehemalige Abt Thomas Denter wurde als Gregor Denter am 6. Februar 1936 in Oberhattert geboren. 1955 wurde er als Novize in Marienstatt eingekleidet und nahm den Ordensnamen Thomas an.

Zisterzienser und Trappisten

Die Zisterzienser gehören zu den strengsten Orden der katholischen Kirche. Benannt ist der benediktinische Reformorden nach dem 1098 gegründeten Kloster Citeaux bei Dijon. Die hierarchisch-feudale Gliederung unter ein Mutterkloster wie Cluny lehnten die Zisterzienser ab; jedes Kloster ist völlig selbstständig.

Die Betonung von Handarbeit, Bodenkultur, Rodung und Landwirtschaft gaben dem Orden nicht zuletzt eine große Bedeutung bei der deutschen Ostsiedlung. Ortsbezeichnungen wie "-roda" oder "-rod" (Volkenroda, Himmerod) deuten oft auf Zisterzienser-Gründungen hin.

Zisterzienser-Mönche: Die Trappisten sind aus ihnen hervorgegangen / ©  Katharina Ebel (KNA)
Zisterzienser-Mönche: Die Trappisten sind aus ihnen hervorgegangen / © Katharina Ebel ( KNA )
Quelle:
KNA