Frank Bayard bleibt Hochmeister des Deutschen Ordens

Leitungsamt für weitere sechs Jahre

Auf eine über 800-jährige Geschichte blickt der katholische Deutsche Orden zurück. Alle sechs Jahre tritt das Generalkapitel als oberstes Entscheidungsorgan zusammen. Zu Beginn fiel eine wichtige Personalentscheidung.

 Frank Bayard bleibt Hochmeister des Deutschen Ordens / © Schönlaub, EDW
Frank Bayard bleibt Hochmeister des Deutschen Ordens / © Schönlaub, EDW

Frank Bayard (54), bleibt Hochmeister des Deutschen Ordens. Der Saarländer wurde vom derzeit in Wien tagenden Generalkapitel für sechs weitere Jahre in das Leitungsamt gewählt, wie der Orden bekanntgab. 

Bayard steht dem Orden seit 2018 als Generaloberer vor. Das Generalkapitel ist das oberste Entscheidungsorgan des Deutschen Ordens und tritt alle sechs Jahre zusammen. Bei ihrem aktuellen, noch bis zum 27. Februar dauernden Treffen, wollen sich die Mitglieder des Generalkapitels unter anderem mit einer umfassenden Reform der Regel und der Statuten des Deutschen Ordens befassen.

Alle sechs Jahre tritt das Generalkapitel des Deutschen Ordens als oberstes Entscheidungsorgan zusammen / © Schönlaub, EDW
Alle sechs Jahre tritt das Generalkapitel des Deutschen Ordens als oberstes Entscheidungsorgan zusammen / © Schönlaub, EDW

Bayard wurde in Püttlingen im Saarland geboren. Er absolvierte zunächst eine Bankausbildung, bevor er im Jahr 2000 in den Deutschen Orden eintrat. 2004 legte er die Ewigen Gelübde ab und band sich damit für immer an den Orden.

Gründung zur Zeit der Kreuzzüge

Der Deutsche Orden entstand ebenso wie Johanniter, Malteser und Templer als Ritterorden in der Zeit der Kreuzzüge. Der vollständige Name der Gemeinschaft lautet "Orden der Brüder vom Deutschen Hospital Sankt Mariens in Jerusalem". Die Ursprünge liegen in einem Feldhospital norddeutscher Kaufleute, das um 1190 beim Dritten Kreuzzug im Zuge der Belagerung von Akkon entstand.

Hochmeister Frank Bayard steht dem Deutschen Orden seit 2018 als Generaloberer vor / © Schönlaub, EDW
Hochmeister Frank Bayard steht dem Deutschen Orden seit 2018 als Generaloberer vor / © Schönlaub, EDW

Heute ist der Orden in Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien, Tschechien und der Slowakei vertreten und widmet sich neben der Seelsorge vor allem der Sorge um Kranke, Behinderte und alte Menschen. In der Gemeinschaft wirken rund 300 Priester und Ordensschwestern sowie rund 950 Laienmitglieder, die sich den Ordensidealen durch ein Versprechen gegenüber dem Hochmeister verpflichten. Das Ordensgewand zeigt ein schwarzes Kreuz auf weißem Grund.

Seit 1809 liegt der Sitz des Hochmeisters und damit das Zentrum des Deutschen Ordens in der Wiener Innenstadt. Damit gehört der "Ordo Teutonico" zu den wenigen kirchlichen Institutionen, deren Generaloberer seine Residenz nicht in Rom hat.

Quelle:
KNA