Festtagskalender und neues Handbuch der Religionen und Weltanschauungen erschienen

Andere Religionen, andere Riten und Sitten

Unter dem Motto "Religion im Lebenslauf" ist ein gemeinsamer Festkalender für Juden, Christen und Muslime für 2007 erschienen. Der Kalender soll zur Annäherung der verschiedenen Religionen beitragen, ohne Unterschiede zu verwischen, erklärte Thomas Dreesen vom Institut für Kirche und Gesellschaft der westfälischen Kirche in Dortmund.

 (DR)

Unter dem Motto "Religion im Lebenslauf" ist ein gemeinsamer Festkalender für Juden, Christen und Muslime für 2007 erschienen. Der Kalender soll zur Annäherung der verschiedenen Religionen beitragen, ohne Unterschiede zu verwischen, erklärte Thomas Dreesen vom Institut für Kirche und Gesellschaft der westfälischen Kirche in Dortmund. Auch die christlichen Feste und Feiertage ruft ihnen der Kalender wieder ins Gedächtnis.  Gemeinsamer Festkalender für Juden, Christen und Muslime Der Wandkalender informiert mit Fotos und kurzen Texten über die drei Religionen und die jeweiligen Festtage mit ihren historischen Hintergründen. Bei dem Kalender, der bereits zum 17. Mal erscheint, hätten erstmals ein Muslim und eine Jüdin in der Redaktion mitgearbeitet, erläuterte Dreesen weiter. Erschienen ist der Kalender im Klartext Verlag und kostet 9,90 Euro. Den Reinerlös des Kalenders erhält das Auguste-Victoria-Hospital auf dem Ölberg in Jerusalem. Er kann auch ohne Bilder mit Kalendarium und Festerklärungen kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden.Der Kalender bietet eine gute Gelegenheit, die Sitten und Gebräuche anderer Kulturen kennenzulernen. Tiefer gehende Informationen über die Gebräuche anderer Religionen bietet das Handbuch der Religionen.Handbuch der ReligionenSterbebegleitung, Bestattungsriten und Organspenden sind immer wieder Diskussionsthemen in Deutschland. Aber wer kennt ihre Unterschiede in den verschiedenen Religionen und Glaubensvorstellungen? Mitarbeitende in Krankenhäusern, Einrichtungen der Altenhilfe und Hospizen begegnen täglich den Bedürfnissen von Patientinnen und Patienten unterschiedlicher ethnischer und religiöser Herkunft. Für sie ist das soeben erschienene Handbuch "Die wichtigsten Religionen und Weltanschauungen" bestimmt.Auf Wertungen und kritische Auseinandersetzungen mit den abgehandelten Weltanschauungen und Religionen verzichtet das Handbuch aus praktischen Gründen. Es gibt einen knappen Überblick über Grundinformationen des Glaubens, Gebetsriten, Hygiene- und Ernährungsvorschriften, Geburts- und Bestattungsriten und vieles mehr. Erläutert werden Bahá'i, Buddhismus, Christengemeinschaft, Christentum, die Christliche Wissenschaft, Hinduismus, Humanismus, Islam, Zeugen Jehovas, Judentum, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (Mormonen), Neuapostolische Kirche, Paganismus, Rastafari, Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker), Siebenten-Tags-Adventisten, Sikh-Religion, Sinti und Roma und Spiritualismus.Es gibt eine Reihe von Vorschriften, bei denen medizinische Versorgung, Bestattung oder Obduktion an Glaubensgrenzen stoßen. Ebenso häufig sind jedoch keine Besonderheiten zu beachten. Hindus haben beispielsweise Vorbehalte gegen eine Obduktion, aber keine gegen eine Organspende. Für orthodoxe Juden ist beides nicht annehmbar, bei Sikhs dagegen gibt es in beiden Fällen keine religiösen Einwände. Große Unterschiede gibt es bei den Ernährungsregeln. Beim Umgang mit Neugeborenen haben manche Religionen besondere Bräuche. So erhalten muslimische Babies sobald als möglich nach der Geburt vom Vater oder einem Verwandten einen Gebetsruf in das linke Ohr sowie die Ankündigung des Gottesdienstbeginns ins rechte Ohr. Bei dieser Gelegenheit wird dem Kind von einem älteren Familienmitglied ein Name gegeben. Hindus geben dem Kind kurz nach der Geburt gerne etwas Süßes in den Mund, z.B. Honig - als ersten Geschmack dieser Welt.Der anschaulich aufbereitete 106-seitige Leitfaden bietet hilfreiche Ratschläge, um im Bedarfsfalle Konfrontationen zu vermeiden und zur rechten Zeit Familienangehörige, örtliche Geistliche oder fachkundige Berater hinzuzuziehen. Er enthält entsprechende Adressenhinweise. Interessierte können das Handbuch im Internet downloaden unter www.ekir.de/ekir/559_41450.php.Das Handbuch kann gegen eine Schutzgebühr von fünf Euro auch bestellt werden beim Landeskirchenamt, z.Hd. Landeskirchenrat Jörn-Erik Gutheil, Hans-Böckler-Straße 7. 40476 Düsseldorf, Telefon 0211 / 4562 - 348