Erstsemester beginnen Studiengang "Perimortale Wissenschaften"

"Euphorischer Start" für Sterbe-Studium

Sterben, Tod und Trauer sind in Regensburg ab diesem Semester ein eigener Studiengang. Theologen, Mediziner, Pflege- und Kulturwissenschaftler bieten eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Wissenschaft sowie der eigenen Einstellung zum Tod. 

Rote Rosen als Zeichen der Trauer / © New Africa (shutterstock)
Rote Rosen als Zeichen der Trauer / © New Africa ( shutterstock )

Der neue interdisziplinäre Masterstudiengang Perimortale Wissenschaften an der Universität Regensburg hat mit 41 Erstsemestern begonnen. Der katholische Moraltheologe Rupert Scheule sprach am Dienstag gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) von einem "euphorischen Start". Die Studierenden kämen aus ganz Deutschland und allen akademischen Richtungen.

Vertreten seien Juristinnen, Mediziner, Sozialarbeiter, Pflegewissenschaftler, Ingenieure, Psychologinnen und auch Theologinnen. Die jüngste Studentin sei 24, die älteste 70 Jahre alt. "Und die Truppe ist unglaublich motiviert", berichtete Scheule, einer der Mitinitiatoren.

Interdisziplinärer Studiengang

Der neue Studiengang soll den Themenbereich Sterben, Tod und Trauer nach den Worten des Diakons "akademisch neu aufschließen". Sterben sei "das Zukunftsthema einer alternden Gesellschaft". An dem Lehrangebot seien Theologen, Mediziner und Kulturwissenschaftler der Universität Regensburg sowie Pflegewissenschaftler der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg beteiligt.

Außerdem würden externe Praktiker aus Krankenhausseelsorge, Hospiz- und Palliativdiensten, Bestatterhandwerk und Trauerbegleitung hinzugezogen.

Am Ende ihres Studiums sollen die Absolventen nicht nur über Kenntnisse zur Rechtslage rund um den Leichnam verfügen, sondern auch die Einstellung zu ihrem eigenen Tod geklärt haben. An Scheules Lehrstuhl angesiedelt ist ein Forschungsprojekt zu "perimortaler Kompetenz". Dazu zählt eine wissenschaftliche Vertiefung ethischer Fallberatung bei Entscheidungen am Lebensende.


Studenten in einem Hörsaal / © Uwe Anspach (dpa)
Studenten in einem Hörsaal / © Uwe Anspach ( dpa )
Quelle:
KNA