Auf den Schrein könnten die Aachener sehr stolz sein, sagte Schulz am Montag im Aachener Dom bei einer Führung durch Dompropst Manfred von Holtum. Dieser hatte Schulz eingeladen, das Jubiläum "800 Jahre Karlsschrein" mitzufeiern. Auch Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) und der Vorsitzende des Karlspreiskuratoriums, Jürgen Linden, nahmen an der Führung zum Sarkophag mit den sterblichen Überresten des Herrschers teil.
Obwohl er seit 60 Jahren in der Region lebe, sehe er die Dachreliefs des Schreins in dieser Form zum ersten Mal, sagte Schulz, der auch Träger des Aachener Karlspreises ist. Hinter dem Karlsmythos stecke eine sehr moderne Idee einer europäischen Einheit, die auf einer gemeinsamen Kultur begründet sei, so der Sozialdemokrat. "Auch wenn wir viele unterschiedliche Sprachen sprechen, unterschiedliche Regionen haben, so haben wir eine gemeinsame Wurzel."
In einer Zeit, in der die Idee der europäischen Einheit in Frage gestellt werde, sei es sehr aktuell, sich an die Fertigstellung des Karlsschreins im Jahr 1215 zu erinnern. Die Menschen hätten vor 800 Jahren, sicher aus einer ganz anderen politischen Sicht, eine Universalität in den Werten Europas gesehen, so der EU-Parlamentspräsident.
Das Aachener Domkapitel hatte zu den fünftägigen Jubiläumsfeiern eingeladen. Für die Festtage wurde der Schrein eigens aus der Chorhalle transportiert und in der Nähe seines ursprünglichen Standorts im achteckigen karolingischen Teil des Doms, dem Oktogon, aufgestellt.