Essener Salafist ruft Muslime zum bewaffneten Kampf auf

Islamisten aus Deutschland kämpfen in Syrien

Ein Mann aus Deutschland ruft hier lebende Muslime zum Terror in Syrien und im Irak auf. Über Twitter und das Internet erreicht die Hass-Botschaft des Dschihadisten Zehntausende. Rund 320 Islamisten aus Deutschländ kämpfen bereits in Syrien.

Salafisten in Deutschland (dpa)
Salafisten in Deutschland / ( dpa )

Ein Salafist aus Essen ruft nach einem Zeitungsbericht westliche Muslime zum bewaffneten Kampf für ein Großkalifat in Syrien und im Irak auf. Der 27-jährige Silvio K. sei nach Recherchen der Zeitung das deutsche Gesicht der Terrorgruppe "Islamischer Staat im Irak und in Syrien" (Isis), wie die in Essen erscheinende Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ, Montagausgabe) berichtet. Die Propaganda der Islamisten werde über Twitter und im Internet verbreitet.

Die Botschaften fänden zehntausendfache Resonanz.

Rückkehr zur Scharia gefordert

In seinen Propaganda-Botschaften fordere er die Rückkehr zum islamischen Rechtssystem der Scharia und eine Beteiligung an den Kämpfen, hieß es. Das Video mit dem deutschen Isis-Rekrutierer, das auf verschiedenen Dschihadisten-Kanälen laufe, sei innerhalb weniger Wochen rund an die 20.000 Mal aufgerufen worden. Damit erreiche er das ganze Umfeld der Dschihadisten in Deutschland, sagte Terrorexperte Guido Steinberg der WAZ.

Von rund 320 Islamisten, die laut Verfassungsschutz aus Deutschland nach Syrien in den Krieg zogen, kamen 120 aus NRW. Aus Berlin waren es rund 50. Beide hätten sich aus Deutschland abgesetzt, beide würden mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Deutsche Dschihadisten als Täter und Opfer

Am Wochenende wurde bekannt, dass an der Eroberung des syrischen Gasfeldes Schaar durch die Terrorgruppe "Islamischer Staat" ebenfalls mindestens zwei Deutsche beteiligt waren. Nach einen Bericht von "Welt Online" soll es sich um den Berliner Ex-Rapper Denis C. sowie Farid S. aus Bonn handeln. Das Gasfeld östlich der Stadt Homs war am Mittwochabend in die Hände der Terroristen gefallen. Mindestens 90 Menschen starben, andere Quellen sprechen von bis zu 340 Opfern. Ein aus Berlin stammender Dschihadist wurde laut "Berliner Morgenpost" im März im Nordwesten Syriens getötet.

Quelle:
epd