Diakonie-Vorstand Lenke plädiert für Kampagne zu sozialen Berufen

"Es braucht mehr Menschen in diesem Bereich"

Der niedersächsische Diakonie-Vorstandssprecher Hans-Joachim Lenke hält eine groß angelegte Kampagne für nötig, um junge Menschen für soziale Berufe zu gewinnen. Nicht nur in der Pflege, auch in Kindergärten sei der Personalmangel groß.

Autor/in:
Karen Miether
Schaukelpferd in einer Kita / © Julia Steinbrecht (KNA)
Schaukelpferd in einer Kita / © Julia Steinbrecht ( KNA )

"Wir müssen deutlich machen, was diese Berufe attraktiv macht", sagte der Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen dem Evangelischen Pressedienst (epd).  Dies gehe am besten, wenn junge Pflege- und Kita-Kräfte selbst für den Beruf werben, den viele von ihnen als sehr sinnstiftend empfänden.

Einmalbonus nicht zielführend

Den von der neuen Bundesregierung geplanten erneuten Einmalbonus für Pflegekräfte, die in der Corona-Pandemie besonders beansprucht sind, hält Lenke nach eigenen Worten dagegen nicht für zielführend. Es stelle sich dabei zudem wieder die Frage, wer dieses Geld eigentlich erhalten solle, sagte er.

"Ich habe bis heute nicht verstanden, warum beim ersten Bonus die Mitarbeitenden in der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen nicht berücksichtigt wurden, bei ähnlichen Arbeitsbedingungen wie in der Pflege."

Tarifvertrag zwingend notwendig 

Lenke begrüßte, dass die neue Bundesregierung sich zum Ziel gesetzt hat, die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern. Dabei könne es nicht allein um Geld gehen, auch wenn ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag zwingend notwendig sei, sagte er: "Nötig sind Rahmenbedingungen wie verlässliche Dienstpläne und eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Es braucht mehr Menschen in diesem Bereich!"


Quelle:
epd
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