Erzbistum Köln erhält wertvolles Buch aus Kulturkampfzeiten

Wichtige Quelle aus schwieriger Zeit

Das Erzbistum Köln hat ein als historisch wertvoll eingestuftes Buch aus der Zeit des Kulturkampfes überlassen bekommen. Dabei handelt es sich um eine aufwendig gestaltete Glückwunschadresse zum 50. Priesterjubiläum des Kölner Weihbischofs Johannes Anton Friedrich Baudri.

 (DR)

Baudri lebte von 1804-1893, den Glückwunsch erhielt er am 26. April 1877, wie die Kölner Kirchenzeitung in ihrer neuen Ausgabe berichtet. Das 58 mal 38 Zentimeter große Buch, das als verschollen galt, befand sich im Besitz des Ursulinenkonvents in Ahrweiler und wurde nun von diesem dem Erzbistum geschenkt.

In dem Buch gratulieren sämtliche Kölner Pfarreien, Orden, katholischen Verbände sowie die katholischen Reichs- und Landtagsabgeordneten aus dem Erzbistum dem Weihbischof. Der Einband und die ersten beiden Seiten aus Pergament sind künstlerisch wertvoll gestaltet. Auf der zweiten Seite wird die Standfestigkeit des Jubilars in der kirchenpolitisch schwierigen Situation der Kirche beschrieben.

"Eine wichtige Quelle"
Als Baudri Weihbischof war, weilte der Kölner Erzbischof Paulus Melchers aufgrund des politisches Drucks der preußischen Regierung in der Verbannung. Zur Einweihung des vollendeten Kölner Doms 1880 empfing er Kaiser Wilhelm I., trat ihm aber aus Protest an der Schwelle nicht entgegen.

Der Direktor des Historischen Archivs des Erzbistums, Ulrich Helbach, würdigte in der Kirchenzeitung das Glückwunschbuch als "eine wichtige Quelle aus einer schwierigen Zeit im Verhältnis zwischen dem Staat und der katholischen Kirche".