Erzbischof Schick ruft zu Solidarität mit Christen im Orient auf

"Ihre Sorge ist auch unsere"

Seit 50 Jahren migrieren orientalische Christen nach Deutschland - in den letzten Jahren verstärkt unter anderem durch die Folgen der Kriege im Irak und Syrien. Weltkirche-Bischof Ludwig Schick fordert von Christen in Deutschland Gemeinsinn.

Deutsche und orientalische Christen / © Radtke (KNA)
Deutsche und orientalische Christen / © Radtke ( KNA )

Der Weltkirche-Bischof Ludwig Schick ermutigt die deutschen Katholiken zur Solidarität mit den Christen im Orient. Der Bamberger Erzbischof wies in einer Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz von Montag in Bonn darauf hin, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche Angehörige der Kirchen des Nahen Ostens nach Deutschland gekommen seien. "Ihre Sorge um den Frieden in ihren Heimatländern ist auch unsere Sorge", erklärte er.

Papst Franziskus hatte zuvor für diesen Samstag zu einem besonderen Gebet für die Christen im Nahen Osten eingeladen. Gerade vor dem Hintergrund der Kriege in Syrien und Jemen sowie von Gewalt und Flüchtlingselend in der nahöstlichen Region geht laut Schick von dem Friedensgebet eine unmissverständliche Botschaft aus: "Christen lehnen Hass, Terror und Gewalt ab. Gott will, dass wir Friedensstifter sind."

Wiederaufbauprojekt in den christlichen Siedlungsräumen

Anlässlich des päpstlichen Friedenstreffens am Samstag im italienischen Bari kündigte Erzbischof Schick auch ein gemeinsames Projekt der deutschen katholischen Hilfswerke für den Wiederaufbau im Nordirak an. "Nachdem ich im April mit den Leitern unserer vor Ort tätigen Werke den Irak besucht habe, haben wir die dortige Caritas gebeten, ein Wiederaufbauprojekt in den christlichen Siedlungsräumen der Ninive-Ebene zu konzipieren." Dieses Projekt solle vor allem Christen und anderen Minderheiten in den ehemals von der IS-Terrormiliz kontrollierten Gebieten Rückkehr- und Bleibeperspektiven eröffnen.

Geplant sei der Wiederaufbau zerstörter Wohnhäuser und Bildungseinrichtungen in der Region. Seit der Befreiung sind zwar laut Bischofskonferenz inzwischen wieder Tausende Familien in die Ninive-Ebene zurückgekehrt, doch sie haben mit vielen Widerständen zu kämpfen. Ein Großteil der Häuser sei zerstört, viele Menschen seien traumatisiert, berufliche Perspektiven hätten nur die Wenigsten.

Wirtschaftliche Entwicklung, Arbeitsmöglichkeiten für die Menschen und die Heilung von Traumata sollen nun gefördert werden, hieß es. "Nur durch Versöhnung kann das Zusammenleben von Menschen verschiedenen Glaubens auch langfristig wieder ermöglicht werden", betonte Erzbischof Schick.

Erzbischof Ludwig Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche / © Harald Oppitz (KNA)
Erzbischof Ludwig Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA