Erster Kardinal aus Laos wird 80 Jahre alt

Engagierter Seelsorger

Seine Biografie spiegelt die schwierige Situation der Christen im südostasiatischen Laos wider. Louis-Marie Ling Mangkhanekhoun war drei Jahre im Gefängnis und wurde im Flüchtlingslager zum Priester geweiht. Nun wird er 80 Jahre alt.

Kardinal Louis-Marie Ling Mangkhanekhoun / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Kardinal Louis-Marie Ling Mangkhanekhoun / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Louis-Marie Ling Mangkhanekhoun, erster Kardinal aus Laos und Apostolischer Administrator von Luang Prabang, wird am Montag (8. April) 80 Jahre alt. 

Mit Erreichen dieser Altersgrenze scheidet er aus dem Kreis der Papstwähler aus. Damit sind künftig noch 128 der 238 Kardinäle der Weltkirche in einem möglichen Konklave stimmberechtigt.

Ruf als Engagierter Seelsorger

Im buddhistisch geprägten Laos sind Katholiken eine kleine Minderheit. Ihr Anteil an der Bevölkerung liegt bei etwa 1,5 Prozent. Mangkhanekhoun hat sich laut Vatikanangaben unter anderem durch seine Besuche in entlegenen Bergdörfern einen Ruf als engagierter Seelsorger erworben.

Papst Franziskus mit fünf neu ernannten Kardinälen (v.l.n.r.) Jean Zerbo, Juan Jose Omella, Anders Arborelius, Louis-Marie Ling Mangkhanekhoun und Gregorio Rosa Chavez / © Osservatore Romano (KNA)
Papst Franziskus mit fünf neu ernannten Kardinälen (v.l.n.r.) Jean Zerbo, Juan Jose Omella, Anders Arborelius, Louis-Marie Ling Mangkhanekhoun und Gregorio Rosa Chavez / © Osservatore Romano ( KNA )

Ende 2017 ernannte Papst Franziskus Mangkhanekhoun zum Apostolischen Vikar von Vientiane. Erst wenige Monate zuvor hatte er den vormaligen Apostolischen Vikar in Pakse zum Kardinal gemacht. Apostolische Vikariate sind nur eine Vorstufe selbstständiger Bistümer. Der Vikar dort hat aber de facto die gleichen Aufgaben wie ein Diözesanbischof. 

Dass ein Apostolischer Vikar Kardinalsrang erhält, ist sehr ungewöhnlich. 2019, nach Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren für Bischöfe, erfolgte die Ernennung zum Apostolischen Administrator von Luang Prabang, der alten Königsstadt des Landes (bis 1975). 

Erste Kardinal aus Laos

Mangkhanekhoun ist der erste Kardinal aus Laos. Seine Biografie spiegelt die schwierige Situation der Christen in dem südostasiatischen Land wider, das seit 1975 kommunistisch regiert wird. Drei Jahre, von 1984 bis 1987, verbrachte er im Gefängnis; zum Priester geweiht wurde er in einem Flüchtlingslager. Bei einem Besuch im Vatikan soll er dem Papst von seiner Haftzeit berichtet und ihn damit tief beeindruckt haben.

Mangkhanekhoun wurde am 8. April 1944 im Norden von Laos als Angehöriger einer sozial wenig angesehenen Minderheit geboren und empfing 1972 die Priesterweihe. Drei Jahre später wurde er Pfarrer in der Hauptstadt Vientiane. Apostolischer Vikar von Pakse war er von 2000 bis 2017; die Bischofsweihe erhielt er im April 2001. Von 2009 bis 2014 war Mangkhanekhoun Vorsitzender der Bischofskonferenz von Laos und Kambodscha.

Kardinäle

Ein Kardinal ist der höchste katholische Würdenträger nach dem Papst. Das Wort "Kardinal" leitet sich vom lateinischen Wort "cardo" (Türangel) ab. Das Kardinalskollegium ist das wichtigste Beratergremium des Papstes. Zudem hat es die Aufgabe, für die Papstwahl zu sorgen. Dafür ist eine Richtgröße von 120 Papstwählern vorgesehen, die das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben dürfen; derzeit gehören dem Kollegium 128 wahlberechtigte und 110 nicht wahlberechtigte Kardinäle an. Der Papst bestimmt die Kardinäle frei.

Pileoli in rot, schwarz und violett liegen am 23. Januar 2018 in einem Paramentengeschäft in Köln auf einem Tisch / © Harald Oppitz (KNA)
Pileoli in rot, schwarz und violett liegen am 23. Januar 2018 in einem Paramentengeschäft in Köln auf einem Tisch / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA