"Nowhere Special" erhält Ökumene-Filmpreis in Recklinghausen

"Ergreifender Film, der niemanden kalt lässt"

Der Film "Nowhere Special" hat beim Kirchlichen Filmfestival Recklinghausen den Ökumenischen Filmpreis erhalten. Es sei "ein ergreifender Film, der niemanden kalt lässt", sagte Laudator Ralf Hammecke.

Kinosaal / © VDB Photos (shutterstock)

Der Verwaltungsdirektor im Bischöflichen Generalvikariat von Münster sagte dies am Samstagabend bei der Verleihung im Cineworld in Recklinghausen in Anwesenheit von Regisseur Uberto Pasolini. In "Nowhere Special" sucht ein alleinerziehender Vater nach seiner Krebsdiagnose eine neue Familie für seinen vierjährigen Sohn. Der Film kommt am Donnerstag in die deutschen Kinos.

"Nie aufdringlich, stets aber dicht am Leben"

Pasolini habe die Intensität der Vater-Sohn-Beziehung zusammen mit seinem Kameramann Marius Panduru in eindrucksvollen Bildern dargestellt, so Hammecke. "Nie aufdringlich, stets aber dicht am Leben." Der anstehende Tod werde nicht erwähnt, sei aber indirekt stets gegenwärtig. "Er ist die Triebfeder der Handlung. Begrenztes Leben wird gegenwärtig, und doch gehört die letzte Kraft der Zukunft", sagte der Laudator.

Pasolini bedankte sich für den Preis. Er verstehe sein Werk nicht als Film über den Tod oder das Thema Adoption, auch wenn diese beiden Themen allgegenwärtig seien, "sondern es geht um die Liebe", sagte der in London lebende Italiener. Vor zwei Jahren habe er einen Zeitungsartikel gelesen, wonach ein Vater eine neue Familie für sein Kind suchte. Seitdem habe ihn die Idee zu dem Film nicht losgelassen.

Deutschlandweit einziges ökumenische Filmfestival

Insgesamt wurden bei der 12. Ausgabe des Festivals vom 29. September bis 3. Oktober 15 Filme gezeigt. Die Kinderjury vergab ihren Preis "Der grüne Zweig" an den deutsch-slowakischen Film "Sommerrebellen" von Martina Sakova. Der Jugendfilmpreis ging an den österreichischen Spielfilm "Ein bisschen bleiben wir noch" von Regisseur Arash T. Riahi. In allen Filmen spiele die Frage nach dem Sozialen als Basis der Gemeinschaft eine Rolle, so die Organisatoren des Festivals. "Und es wird thematisiert, was sie gefährdet: sei es Menschenfeindlichkeit, Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, Antisemitismus oder die Gefährdung der Demokratie."

Das deutschlandweit einzige ökumenische Filmfestival wird vor allem vom Arbeitskreis Kirche und Kino des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen und des Katholischen Kreisdekanats Recklinghausen organisiert. Die Schirmherrschaft haben Münsters Bischof Felix Genn, die westfälische Präses Annette Kurschus sowie Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche (CDU) übernommen. Zu den Förderern gehören das Bistum Münster, die Evangelische Kirche von Westfalen und die Deutsche Bischofskonferenz; Medienpartner sind neben anderen das katholische Portal filmdienst.de und epd-Film.

Der Arbeitskreis "Kirche und Kino": Pastoralreferent Joachim van Eickels, Pfarrer Harald Wagner, Kai Uwe Theveßen (Cineworld) und Marc Gutzeit (Kreisdekanat Recklinghausen) (v.l.) / © Michaela Kiepe (Bistum Münster)
Der Arbeitskreis "Kirche und Kino": Pastoralreferent Joachim van Eickels, Pfarrer Harald Wagner, Kai Uwe Theveßen (Cineworld) und Marc Gutzeit (Kreisdekanat Recklinghausen) (v.l.) / © Michaela Kiepe ( Bistum Münster )
Quelle:
KNA