Bistum Aachen plant externe Anlaufstelle für Missbrauchsopfer

Empfehlung aller diözesanen Räte

Im Bistum Aachen können sich Missbrauchsopfer künftig an eine unabhängige Anlaufstelle wenden. "Eine solche externe Anlaufstelle für Betroffene von sexualisierter Gewalt, die unabhängig vom Bistum arbeitet, brauchen wir dringend".

Symbolbild Missbrauch in der Kirche / © Andreas Gebert (dpa)
Symbolbild Missbrauch in der Kirche / © Andreas Gebert ( dpa )

Das erklärte Bischof Helmut Dieser am Montag in Aachen. Auf diese Weise könnten Unregelmäßigkeiten und mögliche Vertuschungen vermieden werden.

Empfehlung aller diözesanen Räte

Die Einsetzung dieser Beratungsstelle geht nach den Angaben auf eine Empfehlung aller diözesanen Räte zurück, darunter dem Diözesanpriesterrat und dem Diözesanrat der Katholiken. Dies sei eine Reaktion auf die Missbrauchsstudie der deutschen Bischöfe. Die neue Anlaufstelle solle "zeitnah" eingerichtet werden.

Studie zum sexuellen Missbrauch

Im Rahmen der Ende September von den deutschen Bischöfen vorgestellten Studie zum sexuellen Missbrauch wurden in den kirchlichen Akten der Jahre 1946 bis 2014 Hinweise auf bundesweit 3.677 Betroffene sexueller Übergriffe und auf rund 1.670 beschuldigte Priester, Diakone und Ordensleute gefunden. Die Diözese Aachen meldete 86 Betroffene und 55 beschuldigte Geistliche in dem von ihr erweiterten Untersuchungszeitraum 1934 bis 2016.

Bischof Helmut Dieser / © Harald Oppitz (KNA)
Bischof Helmut Dieser / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA
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