Initiative zum Wiederaufbau der Hamburger Synagoge

Einst größte Synagoge Norddeutschlands

In Hamburg ist am Gedenktag zur Reichspogromnacht vom 9. November eine Kampagne unter dem Motto "Nein zu Antisemitismus. Ja zur Bornplatzysynagoge" gestartet worden. Das von den Nazis 1938 zerstörte Gotteshaus soll wieder errichtet werden. 

Philipp Stricharz, 1. Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Hamburg, zeigt auf ein historisches Foto der Hamburger Bornplatzsynagoge / © Christiane Bosch (dpa)
Philipp Stricharz, 1. Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Hamburg, zeigt auf ein historisches Foto der Hamburger Bornplatzsynagoge / © Christiane Bosch ( dpa )

Bis zum 27. Januar 2021 sollen Unterschriften von 100.000 Hamburgern für den Wiederaufbau der Synagoge am Bornplatz im Grindelviertel gesammelt werden, wie der Senat am Montag mitteilte. Die neue Synagoge soll in Gestaltung und Dimension an die zerstörte Bornplatzsynagoge anknüpfen.

Die Bürgerschaft will mit dem Neubau die Sichtbarkeit des jüdischen Lebens in Hamburg stärken. Offene Fragen unter anderem zur architektonischen Gestaltung soll vorab eine vom Bund bezuschusste Machbarkeitsstudie klären. Das jüdische Gotteshaus im neoromanischen Stil wurde 1906 fertiggestellt und war die größte Synagoge Norddeutschlands mit Platz für mehr als 1.000 Besucher.

1938 zerstört, 1939 abgerissen

Im Zuge der Pogrome des 9. November 1938 wurde die Synagoge von NS-Anhängern verwüstet und schwer beschädigt. 1939 ließ die Stadt sie abreißen. Die Kosten musste die Gemeinde tragen und das Grundstück unter Wert verkaufen. Heute erinnert nur der Grundriss des Gebäudes auf dem leeren Platz an die ehemalige Synagoge. Der einstige Bornplatz heißt heute Joseph-Carlebach-Platz nach dem Hamburger Rabbiner Joseph Carlebach (1883-1942).

Quelle:
epd