Deutsche Ordensfrau wird in Polen seliggesprochen

Eine Selige dreier Länder?

Papst Franziskus hat Grünes Licht für die Seligsprechung von zehn 1945 ermordeten deutschen Ordensfrauen gegeben: Schwester Paschalis Jahn und neun Gefährtinnen der Kongregation der Schwestern von der heiligen Elisabeth.

Symbolbild: Unterlagen für Seligsprechungsverfahren werden versiegelt / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Symbolbild: Unterlagen für Seligsprechungsverfahren werden versiegelt / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Das teilte der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für das Martyrologium des 20. Jahrhunderts, Helmut Moll, am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit.

Seligsprechung voraussichtlich in Breslau

Das polnische Erzbistum Breslau (Wroclaw) hatte das Seligsprechungsverfahren für alle zehn Schwestern 2011 eingeleitet. Voraussichtlich werde die Zeremonie auch dort stattfinden, so Moll, und zwar unter Vorsitz des Präfekten der Vatikanbehörde für Selig- und Heiligsprechungen, Kardinal Marcello Semeraro.

Magdalena Jahn wurde 1916 in Neisse/Nysa in Oberschlesien geboren. Der Vater zog 1926 aus wirtschaftlichen Gründen nach Herne in Westfalen; die Familie und Magdalena zogen später nach. 1934/35 arbeitete sie als Hausgehilfin im Gesellenhaus der Kolpingsfamilie in Wuppertal-Barmen, das von Ordensschwestern geleitet wurde.

Erschießung durch Soldaten

Nach Neisse zurückgekehrt, trat Magdalena im Alter von 21 Jahren der Kongregation der Schwestern von der heiligen Elisabeth bei und trug fortan den Namen Schwester Paschalis. Ihrer Oberin folgend, floh sie vor den anrückenden russischen Truppen aus dem Kloster in Neisse und kam nach Zöptau im heute tschechischen Kreis Mährisch-Schönberg.

Dort wurde sie von einem russischen Soldaten sexuell bedrängt. Als sie sich ihm widersetzte, wurde sie von ihm erschossen. Durch ihre Biografie und ihren gewaltsamen Tod verbindet Schwester Paschalis Polen, Deutschland und die Tschechische Republik.


Quelle:
KNA
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